Die Entwicklung im ersten Lebensjahr

lachendes Baby auf dem Schoß der MutterDie Entwicklungsstufen des eigenen Babys ist etwas unglaublich faszinierendes. Schon mit dem ersten Ultraschallbild sind wir hingerissen von jeder Kleinigkeit und jedem einzelnen Fortschritt. Die heutigen UmstĂ€nde machen es möglich, dass wir bereits im Mutterleib das Wachstum unseres Babys verfolgen können. Vom Embryo in der GrĂ¶ĂŸe eines GummibĂ€rchens, bis hin zu einem Neugeborenen – innerhalb von 9 Monaten geschehen Millionen kleine Entwicklungsschritte und Entwicklungsphasen. Kaum geboren, können wir uns kaum mehr vorstellen, dass dieser kleinen ErdenbĂŒrger einmal in unseren Bauch gepasst hat.

Im ersten Lebensjahr entwickelt sich das Baby weiterhin rasend schnell. Zu Beginn noch ein SÀugling, der vor allem viel schlÀft, am Ende des ersten Lebensjahres ein Kleinkind. Jedes Baby entwickelt dabei seine FÀhigkeiten völlig individuell. Jedoch sollen die Eltern das Baby in seiner Entwicklung nicht unter Druck setzen! WÀhrend manches Baby im ersten Lebensjahr motorisch schnelle Fortschritte macht, sind andere vor allem geistig ihren kleinen Freunden weit voraus. Im Groben entwickeln sich die Babys jedoch meist relativ Àhnlich.

Das erste Lebensjahr:

1. Monat

Die Reflexe eines Neugeborenen sind zu aller erst einmal auf die ErfĂŒllung ihrer GrundbedĂŒrfnisse ausgerichtet. Diese heißen: Schlafen und Essen. Es kann nur rund 20 Zentimeter weit scharf sehen, erkennt dabei jedoch noch  keine Farben. Die Muskeln im Nacken sind schwach und so muss der Kopf in den ersten Lebenswochen von der Mutter abgestĂŒtzt werden. Das Baby besitzt im 1. Monat wichtige Reflexe

  • Saugreflex
  • Suchreflex
  • Greifreflex (sobald etwas die HandinnenflĂ€che des )
  • Schreitreflex (sobald das Baby Boden untern den FĂŒĂŸen spĂŒrt, versucht es voran zu schreiten)
  • Moro-Reflex (das Baby breitet die Ärmchen aus und klammert sich fest, z. B. wenn man das Baby ins Bettchen legen will )

 

2. Monat

Im zweiten Monat öffnet es bereits seine kleine Faust und versucht GegenstĂ€nde festzuhalten. Es strampelt, krĂ€ht und spielt mit seinen Fingern. Das Baby nimmt nun ganz bewusst GerĂ€usche und Bilder wahr. Mama und Papa werden zum liebsten Beobachtungs-Objekt. Schließlich sind insbesondere ihre GerĂ€usche dem Baby vertraut. Die Sichtweite betrĂ€gt rund 30 Zentimeter. Beim Stillen kann das Baby also wunderbar die Eigenheiten im Gesicht seiner Mutter beobachten. Es ist oft faszinierend, wie andauernd der Blick eines Babys dabei sein kann. Auch vorgehaltene GegenstĂ€nde verfolgt der kleine Schatz aufmerksam mit den Augen.

 

3.Monat

Im dritten Monat wird deutlich, wie schnell das Baby wĂ€chst. Es hat im VerhĂ€ltnis enorm an GrĂ¶ĂŸe und an Gewicht zugelegt. Es interessiert sich nun aktiv fĂŒr seine Umgebung und kann Spielzeug schon fĂŒr kurze Zeit festhalten. Es kann:

  • in der Bauchlage den Kopf heben und kurz halten
  • es dreht sich vom RĂŒcken auf den Bauch und wieder zurĂŒck
  • erkennt Bezugspersonen und vertraute GegenstĂ€nde und drĂŒckt darĂŒber seine Freude aus

 

4.Monat

Im vierten Monat kann sich das Baby auf seine Arme stĂŒtzen und den Kopf in Bauchlage selbststĂ€ndig halten. Es versucht GegenstĂ€nde nun gezielt zu greifen. Viel Freude hat es besonders mit Spielzeug, welches Laute erzeugt. Nicht immer sind Eltern und Babys deshalb in der Auswahl gleicher Meinung. Die fĂŒr uns oft nervigen, bunten Plastikspielsachen sind bei Babys hoch im Kurs. Alles wird durch Betasten und den Mund erforscht. Bei dieser oralen Phase ist es deshalb wichtig, besonders gut aufzupassen, welche GegenstĂ€nde und Substanzen in Reichweite des Babys sind. Auf bekannte Personen wird das Baby nun mit großer Freude oder Abneigung reagieren. Manche Kleinen beginnen dann regelrecht aufspringen zu wollen und kleine Jauchzer bis schrille Töne erhellen den Raum.

5. Monat

lachendes Baby liegt auf den BauchDer kleine Schatz wird nun immer mobiler. Er greift nach seinen Zehen. Das Baby hĂ€lt seinen Kopf jetzt selbststĂ€ndig und dreht sich blitzschnell vom Bauch auf den RĂŒcken. Es betrachtet seine Umgebung aufmerksam und sucht Kontakt zu seinen Eltern. In den Wachphasen möchte es beschĂ€ftigt werden. Babygerechtes Spielzeug fördert die Entwicklung der Feinmotorik. Im fĂŒnften bis sechsten Monat kommen auch die ersten ZĂ€hnchen. Das mag fĂŒr die Nahrungsaufnahme ein willkommenes Instrument sein. Die vielen undurchgrschlafenen NĂ€chte im ersten Lebensjahr, aufgrund gemeiner Zahnbeschwerden machen dafĂŒr weniger Freude.

6. Monat

Im 6. Monat entwickelt sich beim Baby die SehschĂ€rfe und das dreidimensionale Sehen. Das bedeutet es kann die Entfehrnung von GegenstĂ€nden abschĂ€tzen. Zum Ende des sechsten Monats versucht es sich an hingestreckten HĂ€nden hochzuziehen. Es stĂŒtzt sich auf seine Arme und beugt die Knie. In dieser Position schaukelt es vor und zurĂŒck, die ersten Versuche zum Krabbeln.

7. und 8. Monat

Babys können jetzt:

  • krabbeln
  • frei sitzen
  • sich an einem Gegenstand hochziehen
  • rollen, robben, rutschen

Wenn es an den HĂ€nden gehalten wird, dann beugt es seine Knie und stĂ¶ĂŸt sich ab. Mit diesen Hopsbewegungen trainiert es seine Beinmuskeln. Baby lernen vor allem durch Nachahmung. An den TĂ€tigkeiten der Erwachsenen zeigen Babys deshalb großes Interesse. Es möchte alles ausprobieren. Mit großer Geduld werden Dinge und Sachen, wie ein Fleck auf dem Fußboden, erforscht. Es kann GegenstĂ€nde mit Daumen und Zeigefinger lange Zeit festhalten. Viele Kinder fremdeln in dieser Zeit. Eltern und Fremde werden bewusst getrennt. Es versteht ein „Nein“ und brabbelt fröhlich vor sich hin.

9. bis 12. Monat

Der kleine Schatz hat sein Geburtsgewicht mittlerweile in etwa verdreifacht und ist mehr als doppelt zu groß wie zur Geburt. Der Drang zu laufen wird immer stĂ€rker. Einige Kinder machen ihre ersten Schritte bereits im ersten Lebensjahr, andere erst ein halbes Jahr spĂ€ter. Das Baby kann:

  • in die HĂ€nde klatschen
  • winken
  • lĂ€sst absichtlich Dinge fallen
  • erkennt Lieder und Reime
  • strĂ€ubt sich, wenn es Dinge nicht mag

 

Nach diesen mitreisenden 12 Monaten, dem einmaligen ersten Lebensjahr, ist die eigentliche „Babyphase“ nun (zum Schrecken vieler Eltern) zu Ende. Babys mit einem Jahr werden ab jetzt als Kleinkinder bezeichnet. Auch in den nĂ€chsten Lebensmonaten und -jahren muss das Kind noch viel lernen. Eltern können ihre Kinder in fast allen Lebensabschnitten dabei durch gezielte Förderung unterstĂŒtzen. Auch Geduld und EinfĂŒhlungsvermögen ist aber wichtig um das Kind nicht zu ĂŒberfordern und ihm seine eigene Zeit zur Entwicklung zu geben.

 

Babys erstes Jahr – Meilensteine im Überblick:

 

 

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