Welche Anträge kommen nach der Geburt?

Es ist soweit. Der kleine Mensch ist endlich in den eigenen Armen. Vom Bauch direkt ins Herz gehüpft, erfreut er nun seine Eltern. Doch die erste Zeit mit dem neugeborenen Baby ist auch eine Zeit in der viel organisiert werden muss. Zwischen schlaflosen Nächten und spannenden Tagen mit dem Baby, heißt es die Anträge nach Geburt nicht zu vergessen. Nun stehen zahlreiche Behördengänge an, die zu erledigen sind um finanziell alle Vorteile zu erhalten und sein Kind ordnungsgemäß ins Leben einzubringen.

Geburtsurkunde beantragen

Um die Geburtsurkunde des Kindes zu erhalten bedarf es einer Geburtsanzeige des Krankenhauses. Dieses schickt in vielen Fällen die Unterlagen direkt an das Standesamt. Entbindet man allerdings außerhalb einer Klinik, beispielsweise im Geburtshaus oder im eigenen Heim muss man diesen Gang selbst erledigen. Ist die Geburtsanzeige im Standesamt (Ort der Geburtsklinik) nach circa einer Woche eingetroffen, kann eine Geburtsurkunde beantragt werden, die vor allem für Anträge wie Elterngeld, Mutterschaftshilfe und Kindergeld benötigt werden.

Zum Antrag benötigt man:

  • Eine Abschrift aus dem Familienbuch
  • wenn ein Elternteil nicht anwesend ist eine schriftliche und deutliche Bescheinigung über den gewünschten Namen
  • Personalausweis oder Reisepässe (in diesem Fall mit aktueller Meldebescheinigung) der Eltern

Elterngeld beantragen

Auf der Seite des Bundesministerium für Familie findet man das passende Amt für das eigene Bundesland um Elterngeld zu beantragen. Frühestens ist dies mit der Geburt des Kindes möglich bis zum ersten Geburtstag, aber maximal drei Monate rückwirkend.

Hierfür benötigt man:

  • Die Geburtsurkunde des Kindes
  • die Verdienstbescheinigung der letzten 12 Monate vor Beginn der Mutterschutzfrist
  • Nachweis über das erhaltende Mutterschaftsgeld

Unter Umständen erfordert die Antragsstellung weitere Unterlagen, beispielsweise bei Selbstständigkeit oder Einnahmen aus Vermietung etc. Hier informiert Sie die dem Bundesland entsprechende Elterngeldstelle.

Auch ein Nachweis über Geschwister, um den Geschwisterbonus von 75 Euro zu erhalten, kann von Nöten sein.

Möchte man nach der Geburt bald wieder arbeiten, sollte der Arbeitgeber eine Bescheinigung über die Arbeitsstunden ausstellen, da dies bis zu einem gewissen Maß möglich ist, ohne dem Elterngeld angerechnet zu werden.

Außerdem ist auch für den Partner möglich Elternzeit zu beantragen. Dies muss direkt im eigenen Antrag vermerkt werden, auch wenn die Elternzeit dann doch nicht in Anspruch genommen wird. Nachträglich ist eine Beantragung für den Partner nicht mehr möglich.

Elternzeit angeben

Möchten Mutter oder Vater direkt im Anschluss an die Mutterschutzfrist maximal 3 Jahre in Elternzeit gehen, so muss dies sieben Wochen vor Ablauf der Frist (also eine Woche nach der Geburt) dem Arbeitgeber schriftlich mitgeteilt werden. Man muss sich hier für die nächsten 2 Jahre festlegen. Beim Vater gilt die Frist zur Benachrichtigung bis maximal sechs Wochen vor errechnetem Geburtstermin.

Kindergeld

Für das Kindergeld benötigt man lediglich einen Antrag, der zwei Seiten umfasst. Er wird gemeinsam mit der Geburtsurkunde an die entsprechende Familienkasse des Bundeslandes geschickt. Jedes Kind mit deutschem Wohnsitz ist berechtigt und erhält bis zum 18. Lebensjahr 184 Euro (das dritte 190 Euro, ab dem vierten Kind 215 Euro).

Kinderfreibetrag eintragen

Mit der Geburtsurkunde des Kindes kann sich ein Elternteil einen Kinderfreibetrag in der Lohnsteuerkarte über das Finanzamt eintragen lassen und so finanziell profitieren.

Vaterschaft anerkennen

Sofern hierfür nicht bereits ein Antrag vor der Geburt gestellt worden ist, gilt es nun diesen Antrag nach der Geburt zu erledigen. Für ein gemeinsames Sorgerecht und somit allen Rechten und Pflichten eines Vaters wird im Jugendamt oder Standesamt die Vaterschaft urkundlich anerkannt. Es bedarf aber in jedem Fall einer Zustimmung der Mutter.

Versicherer informieren

Damit der Nachwuchs in der Haftpflichtversicherung mitversichert ist genügt meist ein kurzer Anruf beim Versicherer.

Was sagt ihr dazu?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren

Menü