Trocken werden – weg mit der Windel!

 

 

Meist steht mit circa 2 bis eher 3 Jahren die Frage nach dem Trocken werden im Raum. In etwa diesem Lebensabschnitt fangen Kinder entweder von selbst oder mit Hilfe der Eltern an sich für Toilette und Töpfchen zu interessieren.

 

 

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt um den Kindern das Töpfchen vorzustellen?


Natürlich interessieren sich viele Kinder bereits in den ersten beiden Lebensjahren für die Toilette, es ist meines Erachtens allerdings körperlich noch nicht sinnvoll mit dem Sauberkeitstraining zu beginnen. Kinder haben erst mit circa 24 Monaten eine wirkliche Kontrolle über Blase und Darm. Einzuhalten bis eine Toilette erreichbar  bzw. die Kleidung tatsächlich auch ausgezogen ist, erfordert einige Selbstkontrolle. Selbstverständlich sollte man aber einem Kind, das Interesse am Sauber werden zeigt, dieses nicht verweigern. Im Hinterkopf sollte man allerdings behalten, dass durchaus noch einmal Rückschläge kommen werden, wenn man sehr früh beginnt. D.h. Ruhig sehr bald ein Töpfchen zulegen und den Kindern spielerisch nahe bringen wofür es gedacht ist und wie man es benutzt. Das richtige Training aber erst etwas später beginnen. Es gibt keinen Grund zur Hektik. Diese ist hier völlig Fehl am Platz.

Wie mache ich das Töpfchen bzw. die Toilette meinem Kind schmackhaft?

Hier einige hilfreiche Tipps um das Trocken werden zu unterstützen.

  • Geheizte Räume und ein warmes Töpfchen
    Auch dem motiviertesten Kind kann eine eiskalte Sitzfläche die Lust am Toilettengang verderben.
  • Spielsachen in Reichweite
    Ein bisschen Beschäftigung hilft das Kind auch ein paar Minuten auf dem Töpfchen zu beschäftigen, wenn nicht gleich etwas kommt.
  • Kleidung, die sich schnell ausziehen lässt
    Latzhosen, Bodys oder Einteiler sind hier Fehl am Platz, da sie oft vom Kind nicht selbst ausgezogen werden können.
  • Regelmäßigkeit
    Ein gewisses Maß an regelmäßigem Ablauf (wie etwa vor dem zu Bett gehen, direkt nach dem Aufstehen etc.) kann dem Kind eine Hilfe sein.
  • Dem Kind den „Verlust“ erleichtern
    Manche Kinder haben psychologisch gesehen ein Problem damit, etwas von sich her zu geben. Jenen Kindern kann man versuchen zu erklären, dass es sich bei dem Stuhlgang lediglich um ein Abfallprodukt handelt, dass beim Essen übrig bleibt.
  • Dem Kind ein Vorbild sein
    Es ist durchaus sinnvoll, das Kind mit auf Toilette zu nehmen, wenn man selbst geht. Ein Toilettengang ist für den Zuseher dann fast selbsterklärend.
  • Das Spielen nicht unterbinden
    Ein Kind wird zu erst mit dem Töpfchen spielen. Das sollte man nicht unterbinden. Auch wenn es sich noch in Kleidung darauf setzt ist dies schon ein gutes Zeichen. Ein durch die Wohnung wanderndes Töpfchen mag vielleicht unpassend sein, das wird sich aber später von selbst erledigen.
  • Mut zusprechen
    Ein Kind möchte ermutigt und gelobt werden, wenn es etwas gut gemacht hat. Liebe Worte und eine warme Umarmung motivieren zur Wiederholung eines geglückten Stuhlganges oder ermutigen zu weiteren Versuchen auch wenn es mal nicht geklappt hat.
  • Unterwegs Ersatzkleidung einpacken
    Am einfachsten ist das Windeltraining selbstverständlich im Sommer. Wechselkleidung (wie Leggins) lässt sich leichter verstauen und bei warmen Temperaturen reichen auch Unterhöschen wenn man sich in Garten oder Schwimmbad aufhält. Aber auch im Winter sollte man Ruhe bewahren und einfach stets genügend Wechselwäsche bei sich haben. Eine kleine Extratasche mit Strümpfen (auch diese werden nass!), Unterhöschen und warmen Hosen im Kofferraum braucht nicht viel Platz und lässt einen entspannt bleiben wenn ein Malheur passiert.
  • Die Windel in der Nacht bleibt oft noch länger ein Thema
    Nicht verunsichern lassen. Das Sauber werden in der Nacht ist ein Thema werden für sich. Ob und wann Kinder auch nachts keine Windeln mehr benötigen, hängt oft auch stark von ihren Trinkgewohnheiten ab. Gerade bei Kindern, welche nachts nicht selbstständig wach werden, wenn sie den Drang nach der Toilette verspüren, sollten vor dem Zubettgehen  nicht mehr all zu viel trinken. Eine Kinderblase ist unter hohem Druck noch nicht annähernd so kontrollierbar wie die eines Erwachsenen.

Was tun wenn es nicht klappen will?

Man darf sich nicht beunruhigen lassen, wenn das Sauberwerden auf sich warten lässt. Sicherlich setzen einen Bekannte und auch der Kindergarten gerne einmal unter Druck wenn ein Kind mit fast vier Jahren noch nicht sauber ist. Das aber ist meist ganz normal.

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und Rückschläge sind ganz normal. Druck oder Strafen sind absolut kontraproduktiv.


Ich habe bei meiner Tochter selbst einen solchen Rückschlag erlebt. Als unser Sohn durch Krankheit inklusive mir ein paar Tage ins Krankenhaus musste, reagierte unsere Tochter sofort mit Unsauber werden. Es hat nun mehrere Monate gedauert, in denen sie sich regelrecht gewehrt hat auf Toilette bzw. Töpfchen zu gehen. Immer einmal habe ich ihr angeboten statt den Slip-Windeln (welche bei vielen Kindern als Übergangsvariante sehr gut funktionieren) Unterhöschen zu nutzen. Sie winkte ab. Vor einigen Wochen nun hat sie diesen Vorschlag wieder akzeptiert und ist seither trocken und geht selbstständig auf Toilette. Seltene Unfälle (die im Spiel oder Übereifer auch passieren können) werden ohne schimpfen beseitigt, ein paar aufmunternde Worte gesprochen und dann geht alles weiter wie gehabt.

Wie geht das, dass Kinder auch schon als Säugling trocken sind?


Es gibt Methoden, bei denen Babys von Anfang an lernen kaum oder gar keine Windeln zu nutzen (wie “TopfFit”, “Ausscheidungskommunikation”, “Infant Potty Technique”, “Elimination Communication”, “Natural Infant Hygiene“)  bzw. sehr früh sauber zu werden. Ich selbst habe diese bisher nicht genau kennenlernen dürfen. Es scheint tatsächlich durch besondere Techniken und sehr viel Zeit für das Kind möglich zu sein, dass auch schon Säuglinge ohne Windel zurecht kommen. Ich selbst konnte dieses Phänomen noch nicht bestätigen, würde mich aber sehr freuen, wenn eine Mutter (oder Vater) mit Erfahrung in dieser Richtung mich und meine Leser dahin gehend weiter informieren möchten.

Was sagt ihr dazu?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren

Menü