Schielen bei Babys

Unsere Kleinen werden hilflos geboren und müssen in den ersten Tagen, Wochen und Jahren so vieles lernen. Gerade zur Welt gekommen, sind besonders die Augen von den vielen Eindrücken noch völlig überfordert. Im Mutterleib fast noch blind und umgeben von einer einzigen Farbe (rot) überfordert der enorme Informationsfluss viele Babys. Ein Schutzmechanismus aber sorgt dafür, dass sie einfach einschlafen. (Wäre das nicht auch im Erwachsenenleben manchmal schön?)

Bedenkt man, was die Augen zu Beginn des Lebens dementsprechend leisten müssen, so ist es eigentlich kein Wunder, dass sie sich gerade am Anfang noch etwas unwillkürlich bewegen. Schielen bei Kindern ist deshalb besonders in den ersten Lebenswochen nichts ungewöhnliches. Dennoch sollte man dauerhaftes oder sehr häufiges Schielen bei Kindern im Auge behalten. Denn viele Formen des Schielens können eine Sehschwäche zur Folge haben.

Latentes Schielen

Das latente Schielen ist das unauffälligste Schielen bei Kindern. Es zeigt sich lediglich bei Übermüdung, Überforderung oder Stress. Der Augenmuskel, der sonst im Stande ist eine leichte Fehlstellung der Augen selbst zu korrigieren ist plötzlich zu schwach – das Schielen wird sichtbar. Eine solche Form des Strabismus (der medizinische Ausdruck für das Schielen) kann bei Kindern durch die ständige Anstrengung des Auges besonders häufig zu Kopfschmerzen führen.

Begleitschielen

Wenn nur ein Auge von der normalen Augenstellung abweicht, dem gesunden Auge aber in jeder Bewegung parallel folgt spricht man vom Begleitschielen. Häufig durch eine Weitsichtigkeit verursacht, kann unter Umständen die Verordnung einer Brille helfen. Oftmals bedarf es aber einer anderen Methode, um die Funktion des schlechten Auges an sich direkt zu verbessern. Durch ein „schiefes“ Auge entstehen unterschiedliche Blickwinkel beim betrachten eines Gegenstandes oder eines Raumes. Da das Gehirn bei dieser Fehlstellung Probleme in der Verarbeitung der Bilder bekommt schaltet es die Eindrücke des schlechten Auges aus. Das hat zur Folge, dass dreidimensionales (räumliches) Sehen stark behindert wird und die Entwicklung dieses Auges vernachlässigt wird.Um dies zu Verhindern greift man oft auf die sogenannte Okklusionstherapie zurück. Hierfür wird das gesunde Auge mittels eines Augenpflasters oder einer Brillenfolie abgedeckt um es am Sehen zu hindern. Das schlechte Auge wird somit gezwungen seine Sehfähigkeiten zu verbessern. Eine solche Therapie dauert viele Jahre (meist bis zum 10. Lebensjahr) und erfordert sehr viel Disziplin und Geduld.

Lähmungsschielen

Beim Lähmungsschielen liegt eine Problematik direkt im Augenmuskel zu Grunde. Durch eine Verkürzung beispielsweise ist das Auge rein mechanisch nicht im Stande die Bewegung wie gewollt auszuführen. Häufig wird das Schielen bei Kindern hier durch eine akute Erkrankung ausgelöst. Manchmal kann das Behandeln der Erkrankung zu einer Besserung führen, häufig bedarf es aber auch einer Operation des betroffenen Augenmuskels.

Pseudostrabismus – wenn es nur so scheint als ob…

Oftmals empfinden wir die Augen eines Kindes als schielend. Doch ein Pseudostrabismus ist weder eine Erkrankung, noch schränkt er das Kind ein. Lediglich für den Betrachter stehen die Augen zu weit beieinander. Diese Phänomen ist für den Europäer vor allem bei asiatischen Kindern zu beobachten. Durch die breiten Nasen entsteht der Eindruck des Schielens.

Wie erkennt man ob ein Kind wirklich schielt?

Es ist enorm wichtig, das Schielen bei Kindern so bald wie möglich zu diagnostizieren und zu therapieren. Da die Entwicklung des Sehens mit ca. 8 bis 10 Jahren abgeschlossen ist, ist es unerlässlich, rechtzeitig Behandlungen (wie die Okklusionstherapie) in dieser Zeit zu veranlassen. Gerade bei familiärer Veranlagung sollte von Geburt an eine engmaschige Kontrolle beim Augenarzt durchgeführt werden. Auch bei Unsicherheiten ist es am besten einen Fachmann nach Rat zu fragen.

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