Kinderlose Freunde

Viele junge Mütter erleben Ähnliches: Als erste unter vielen Freunden ein Kind zu bekommen, die erste Schwangere zu sein, das erste Neugeborene zu zeigen. Natürlich, die meisten haben im Familien- und Bekanntenkreis schon mit erlebt, dass Kinder geboren wurden. Seien es Cousinen, entfernte Verwandte oder Bekannte der Eltern. Doch das erste Mal hautnah eine Schwangerschaft, womöglich das Geburtserlebnis und die ersten Jahre mit einem Baby im Freundeskreis mit zu erleben, ist für die meisten Menschen etwas völlig anderes. Hier traut man sich Dinge zu fragen oder über Probleme zu reden, die man sicherlich bei anderen als Freunden nicht anzusprechen vermag. Vielleicht erfahren erst jetzt viele von der ein oder anderen Schattenseite der Schwangerschaft und des Elterndaseins.

Die “schockierende” Wahrheit über Kinder

Ganz ehrlich? Ich glaube erst im Freundeskreis bekommt man annähernd das Gefühl wie es ist ein eigenes Kind zu haben. Nach dem letzten gemeinsam verbrachten Urlaub mit der Clique wissen nun auch die Letzten, dass Kinder 24 Stunden um einen herum, kein Zuckerschlecken sind. Denn der Unterschied zu Verwandtschaft oder Bekanntenkreis ist: Man sieht sich nur über eine gewisse Zahl an Stunden. Werden die Kleinen quängelig oder müde, so fährt man nach Hause. Verbringt man aber einmal gemeinsam mit einer Familie mehrere Tage, so erhält man ein realistisches Bild über das Familiendasein. Freunde, die sich dieses Bild einmal gemacht haben, scheinen plötzlich den Kinderwunsch nicht mehr ganz so eilig zu haben. Denn so schön Kinder sein mögen, insbesondere in den ersten Lebensjahren kommt zu den wundervollen Momenten mit Kind (die niemand auf dieser Welt missen sollte), eben auch sehr sehr viel Arbeit, bei der sowohl Körper als auch Geist ab und zu ziemlich stark gefordert werden.

Tut mir leid

Was ich immer wieder an mir feststellen muss, wenn ich gemeinsam mit kinderlosen Freundinnen unterwegs bin: Ich entschuldige mich unentwegt. Anders als bei den Freundinnen mit Kind ist mir jeder Fleck auf fremder Kleidung unheimlich unangenehm, der Trotzanfall der Tochter und der kreischende Sohnemann ebenso. Ständig habe ich das Bedürfnis mich für das Trödeln zu entschuldigen. Dabei, so heißt es zumindest, sind meine Freunde völlig entspannt. Ich glaube, Eltern traut man einfach mehr Gelassenheit und Geduld zu (müssen sie die doch unentwegt unter Beweis stellen). Eltern sind solche Verhaltensweisen selbst von zuhause gewohnt und abgehärtet. Vielleicht ist es auch ein bisschen meine eigene Ungeduld und Unruhe, die vor allem bei kinderlosen Freunden entsteht und wegen der ich vermute, dass es den anderen ebenso geht.

Fazit zum Freundeskreis

Fakt ist: Mit kinderlosen Freunden einen Tag mit den Kindern zu verbringen ist nicht unbedingt einfacher, weil weniger Kinder anwesend sind. Vielmehr verspüre zumindest ich einen viel größeren Druck mit und bei meinen Kindern alles richtig zu machen, als wenn ich mit einer Mama und ihren Kindern den Tag verbringe, die sich im besten Fall noch wunderbar untereinander verstehen.

Fakt ist aber auch: Mit niemanden spricht man automatisch weniger über Kinder als mit kinderlosen Freunden. Endlich wird der Kopf einmal frei von Windeln, Kindergarten oder Trotzanfällen zuhause und Themen wie Karriere, Liebe oder Lästereien finden einmal wieder Platz. Das kann so herrlich entspannt sein..

Keine meiner Freundinnen hat in meinem Leben eine Sonderstellung durch Kinder oder weil sie keine hat. Freunde, sei es kinderreich oder kinderlos bereichern immer so sehr unser Leben, wie wir es zulassen. Wichtig ist: Sich nicht als kleine Familie plötzlich völlig aus dem alten Freundeskreis zurück zu ziehen. Denn dieser ist häufig kinderlieber, geduldiger und verständnisvoller, als man meinen würde.

 

 

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