Depressionen nach der Geburt

Viele Frauen hören während der Schwangerschaft davon, dass es spezielle Depressionen nach der Geburt, die sogenannten Wochenbettdepressionen, gibt und fragen sich verunsichert, ob diese Erkrankung auch sie treffen kann. Was aber genau ist eine Wochenbettdepression und wie entsteht sie? Depressionen nach der Geburt werden zur Gruppe der organischen Depressionen gezählt, denn Ärzte vermuten in ihr eine Reaktion auf die hormonellen Umstellungen während und nach der Schwangerschaft. Aber auch die Seele spielt bei dieser Erkrankung eine wichtige Rolle, die bei der Heilung berücksichtigt werden muss.

Wie zeigt sich eine Wochenbettdepression?

Fast jede Frau erlebt wenige Tage nach der Geburt ihres Kindes den sogenannten Baby Blues oder auch die Heultage. Dabei handelt es sich um ein Stimmungstief mit vielen Tränen, und das zu einem Zeitpunkt, wo junge Mütter es am wenigsten erwarten: Die Geburt ist mehr oder weniger reibungslos verlaufen, das Kind ist gesund und munter, die ganze Familie freut sich über den Nachwuchs und die junge Mutter wird mit Lob überschüttet. Eigentlich könnte jetzt alles so schön sein, wenn da die Hormone nicht wären. Denn die fahren in den Tagen nach der Geburt Achterbahn und werfen Frauen in ein heilloses Gefühlschaos. Hinzu kommt oft noch die teils unbewusste Angst vor der Verantwortung für das neugeborene Leben. Diese Mischung aus Erschöpfung, hormoneller Umstellung und Aufbruchsstimmung kann auch die stärkste Frau aus der Bahn werfen und zu Depressionen nach der Geburt führen. Diese verfliegen aber in den meisten Fällen genauso schnell, wie sie gekommen sind.

Schwierig wird es, wenn der Zustand von Traurigkeit und Niedergeschlagenheit in den ersten Wochen oder Monaten mit dem Baby chronisch wird, denn dann geraten die betroffenen Frauen gleich mehrfach unter Druck. Natürlich wollen junge Mütter ganz für ihr Kind da sein und die ersten Lebensmonate, in denen die so wichtige Bindung zwischen Mutter und Kind entsteht, bewusst und freudig erleben. Hinzu kommt, das Freundinnen und Verwandte eine junge Mutter um das Baby beneiden und davon ausgehen, dass sie vor Glück strahlen muss. Dann läuft es mit dem Baby oft nicht so reibungslos, wie die Eltern es sich in ihrer Vorfreude ausgemalt haben und Probleme in der Partnerschaft gehören plötzlich ebenfalls zum Alltag. Statt ihr Babyglück zu genießen, fühlen sich die betroffenen Mütter nur traurig, unfähig, müde und überfordert. Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, unerklärliche Weinkrämpfe oder auch anhaltendes leises Weinen sind weitere Symptome der Depressionen nach der Geburt, die oft Frauen trifft, die einen hohen Anspruch an sich selbst haben und alles perfekt machen wollen.

Was kann man gegen Depressionen nach der Geburt tun?

Bevor eine Wochenbettdepression in Panikattacken oder Selbstmordgedanken gipfelt, sollte man unbedingt einen Arzt ins Vertrauen ziehen. Neben einer eventuellen medikamentösen Behandlung der Depressionen kann dieser einen bei der Suche nach einem Therapieplatz unterstützen, wo man offen über die eigenen Ängste sprechen kann. Eine Gesprächstherapie kann ambulant durchgeführt werden, um die Beziehung zwischen Mutter und Kind nicht weiter zu belasten.

Depressionen nach der Geburt treffen Frauen aus allen Bevölkerungsschichten. Sie können aber mit liebevoller Unterstützung und Geduld vollständig überwunden werden.

 

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