Baby schläft tagsüber nicht – Was tun?

 

„Kleine Babys schlafen den ganzen Tag…“

So klingt das übliche Vorurteil betreffend der Schlafgewohnheiten der ganz kleinen. Doch ganz anders als erwartet gibt es unzählige Babys, die sich so gar nicht an die erwarteten Schlafzeiten halten. Ganz im Gegenteil. Bis auf wenige kurze Nickerchen oder einen einzigen längeren Mittagsschlaf, halten sie ihre Eltern den ganzen Tag auf Trab.

Woran liegt es, dass manche Babys tagsüber wenig schlafen?

  • Die Suche nach Nähe und Verlustangst
    Viele Eltern erleben es, dass das Baby zwar auf dem Arm einschläft, dennoch bereits nach kurzer Zeit weinend erwacht und nicht wieder in den Schlaf findet. Dieses Verhalten ist aber durchaus nachvollziehbar, stellt man sich vor, wie es sein muss als Baby an einer anderen Stelle zu erwachen, als der in der man eingeschlafen ist. Ein Erwachsener kann sich diesen Umstand logisch erklären, ein Baby hingegen ist verwirrt und verängstigt.
  • Vertraute Geräusche und Gerüche fehlen
    9 Monate lang schwamm der Embryo warm umhüllt von Fruchtwasser im Bauch der Mutter. In seiner Entwicklung war es bald möglich zu schmecken, zu riechen und ein wenig zu sehen. Warm und vor allem laut war es dort. Herzschlag und Darmgeräusche der Mutter sind im Vergleich mit der Umwelt außerhalb des Mutterleibs ohrenbetäubend. Vergleichbar mit einem Stadtmenschen, der plötzlich in die Natur zieht. Die Stille und die fehlende Bewegung wenn die Kleinen im Babybett abgelegt werden führt zu Unwohlsein und somit auch zu fehlendem Schlaf.

Zusammengefasst heißt das einfach: Raus aus dem Mutterleib ist alles völlig ungewohnt für das Baby. Wenn es sich in seiner Umgebung nicht wohl fühlt, findet es auch trotz extremer Müdigkeit nur schwer in den Schlaf. Hier gilt es nachsehen zu haben.

Man darf nicht zu viel erwarten

Gerade bei der Entwicklung eines Babys, vor allem in den ersten Lebenswochen müssen Eltern die Erwartungshaltung senken. Man muss aufhören, dass eigene Baby mit dem anderer Mütter zu vergleichen, bestimmte Schlafrhythmen zu ersehnen oder spezielle Tagesabläufe zu planen. In den ersten Wochen gilt es auf die Bedürfnisse des Babys einzugehen, unabhängig von eigenem Schlafmangel oder Tagesplan. Diese Zeit ist schwer, jedoch absehbar.

Wie oft sollte mein Baby schlafen?

Der Schlafbedarf eines Säuglings kann ganz unterschiedlich ausfallen. Manch Träumer schließt seine Augen bereits alle zwei, drei Stunden und schläft dann eine ganze Stunde oder gar mehrere. Andere aber stillen ihren Schlafbedarf, in dem sie immer wieder für kurze Nickerchen einschlafen und nach einer halben Stunde wieder erwachen. Man muss sein Baby beobachten, möchte man den ihm passenden Schlafrhythmus unterstützen. Denn ein übermüdetes Kind dreht erneut auf und tut sich extrem schwer dann wieder herunter zu fahren. Trifft man die müde Phase anstelle der darauf folgenden Übermüdung kann das Baby sanft in den Schlaf gleiten.

Anzeichen für Müdigkeit

  • verstärktes Saugen an Schnuller oder Daumen, kaum Aktivität
  • flache Bewegungsabläufe oder völliger Stillstand der Bewegungen
  • ruckartige Bewegungen (wie müdes Zucken beim Erwachsenen) mit geballten Fäustchen oder steifem Körper
  • Gähnen
  • Schreien, Weinen oder Quängeln, dass auch nach Befriedigung aller Grundbedürfnisse nicht aufhört
  • Augen- und Ohrenreiben
  • starrer Blick, Stirn-Runzeln oder das unkoordinierte Wippen des Kopfes

Das Tragetuch hilft um das Baby in den ersten Lebenswochen zu unterstützen

Tragetücher eignen sich hervorragend, um das Baby in den ersten Lebenstagen und -wochen in den Schlaf zu schaukeln. Eng angeschmiegt an den Körper der Mutter kann es den Herzschlag und die Wärme deutlich spüren. Die Bewegungen der Mutter schaukeln es zudem sanft in den Schlaf. Die Mutter kann, aufgrund der freien Arme vielerlei Dinge im Alltag weiter erledigen ohne das Baby selbst im Arm zu wiegen. Mit der richtigen Bindeweise ist der Rücken dabei besonders geschont.

Heutzutage ist es ein netter Anblick bereits Hebammen und Schwestern auf Wochenbettstationen dabei zu beobachten, wie sie die frisch gebackenen Eltern ab und an entlasten und während ihrer Arbeit Säuglinge in ihren Tragetüchern herum tragen.

Kann man ein Baby zu sehr verwöhnen?

Ein deutliches Nein! In den ersten Lebenswochen kann man kein Baby verwöhnen. Obwohl… wäre der Begriff des Verwöhnens nicht so immens negativ belastet würde ich dem vielleicht sogar zustimmen. Ja, eigentlich gehört ein Baby gerade zu verwöhnt und ständig umsorgt, aber das ist gut so. Tun wir doch im späteren Leben auch ständig Dinge allein um andere Menschen glücklich zu stimmen. Die Blumen für die Schwiegermutter, das Bier für den Ehemann – selbstverständlich sind diese Menschen eigens im Stande sich um Blumen und Bier zu kümmern, dennoch fühlt sich unser Gegenüber einfach wohl, wenn es umsorgt und gepflegt wird. Übertragen wir das auf ein Baby, dass gerade erst vor wenigen Wochen den gewohnten Mutterleib verlassen hat, so müssen wir uns eingestehen, dass der Schock diese neue Umwelt, mit ihren Millionen Eindrücken plötzlich zu erleben schon eine Belastung für das kleine Wesen sein muss. Und dann soll es bei all der Überforderung noch einschlafen können? Man sollte sein Baby definitiv verwöhnen und “Nein”, es gibt nicht zu viel des Guten in den ersten Lebenswochen…

Was sagt ihr dazu?

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