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Vom Krankenhaus in eine kindersichere Wohnung

Wir Eltern sind bei der Geburt des ersten Babys ganz schön verunsichert. Nicht selten kommt es vor, dass Väter ganz überfordert drein blicken, wenn die Hebamme anbietet, das Baby in den Arm zu nehmen. Diesen kleinen, zerbrechlichen Menschen in den Arm nehmen? Könnte doch so viel passieren! Tatsächlich aber kann man beim ersten Tragen gar nicht viel falsch machen. Ganz instinktiv stützen die meisten Eltern den Kopf des Babys sowieso, und das ist das Wichtigste. Viel mehr sollte man die ersten Wochen und Lebensmonate des Babys entspannt genießen, schließlich lauern im späteren Leben doch noch so viele wirkliche Gefahren. Spätestens wenn sich die Kleinen durch Robben und Krabbeln fortbewegen, wird im Grunde die ganze Umwelt ein bisschen gefährlich.

Das Heim ist ein Gefahrenherd

Vielleicht ein bisschen übertrieben, aber wir Erwachsenen haben gar keine Vorstellung mehr, was für ein Kind tatsächlich eine Gefahr darstellt. Unfallquellen gibt es im Haushalt nämlich unglaublich viele (bedenkt man alleine die Unfälle im Haushalt die ausgewachsenen Menschen passieren?!). Wir Eltern haben es zum Glück in der Hand unser zu Hause kindersicher zu gestalten. Und das am besten nicht erst, wenn das erste Missgeschick geschehen, der erste gefährliche Unfall passiert ist. Nein, Vorsicht ist besser als Nachsicht, wie wir alle wissen.

Checkliste für einen kindersicheren Haushalt

  • Aus Ecken und Kanten sanfte Bögen machen
    Ecken an Schränken tun verdammt weh. Das müssen auch wir Erwachsene nicht selten schmerzlich feststellen. Nun, unser Gleichgewichtssinn ist aber bereits geschult. Die Kleinen bilden diesen Sinn erst aus und stolpern häufig. Auch ihre Reaktionen und das Sehvermögen sind noch nicht fertig entwickelt. Ecken- und Kantenschützer sorgen für weniger blaue Flecken oder zumindest für harmlosere Wunden.
  • Stürze verhindern
    Treppen sollten natürlich grundsätzlich mit Treppenschutzgittern versehen sein, die für das Baby nicht zu öffnen sind. Kinder entwickeln ungeahnte Kräfte, deshalb sollte auf lange Sicht kein Gitter sein, das durch Druck zu öffnen ist. Stürze passieren auch, wenn Kinder von Möbeln herunter fallen. Deshalb sollte man ihnen von Beginn an nicht erlauben auf diesen zu turnen und nur in Anwesenheit der Eltern darauf zu sitzen/laufen etc. Auch den Kinderhochstuhl gilt es im Auge zu haben. Am besten sind Sitze, die einen integrierten Gurt haben.
  • Giftige Dinge beseitigen
    Nicht nur Insektenspray und Ameisenfallen sind giftig für Babys und Kinder. Auch Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, Reinigungsmittel und vor allem giftige Pflanzen können sehr gefährlich für die Kleinen sein. Deshalb sollten diese Dinge nicht in Reichweite stehen. Das gilt auch für Handtaschen. Am besten, man sucht sich einen Haken, als Abstellmöglichkeit für die liebste Begleitung der Frauen…
  • Vor Verbrennungen schützen
    Die Horrorvorstellung aller Eltern sind Verbrühungen und Verbrennungen an der zarten Babyhaut. Unfälle mit Brandwunden als Folge sind leider immer noch sehr häufig. Um sicher zu gehen also niemals Baby und heiße Getränke gleichzeitig auf den Arm nehmen oder mit Kind auf dem Arm kochen, heiße Getränke und Lebensmittel immer zur Tischmitte schieben, die das Baby nicht erreichen kann. Ebenso mit Pfannen. In dem man die Griffe stets nach hinten dreht, sind sie für Kinder nicht so leicht zu erreichen. Auch eine Herdsicherung und ein Riegel am Backofen sind gute Ergänzungen, wenn man den Haushalt möglichst kindersicher gestalten möchte.
  • Genereller Brandschutz
    Brände brechen jedes Jahr in zahlreichen Haushalten aus. Aus den verschiedensten Gründen. Auch wenn das Haus noch so kindersicher gestaltet ist. Rauchmelder warnen uns Eltern immens schnell und gehören zur Standartausstattung in Kinderzimmern. Einmal im Monat sollte man die Augen also nach oben wenden und prüfen ob die Batterien noch funktionieren.
  • Möbel gut befestigen
    Viele Regale oder Lampen sind ganz schön wackelig. Ein kurzer Check durch die Wohnung ist deshalb ganz wichtig. Lampen die leicht Kippen sollten dann möglichst nicht vom Baby zu erreichen sein und Regale sollten gut befestigt werden, denn sie sind bei den ersten Schritten ganz wichtige Helfer.
  • Strom
    Steckdosen gehören gesichert. Das geht ganz einfach mit Sicherungen, die man nicht heraus nehmen muss und die Dose weiter ganz normal genutzt werden kann. Elektrokabel müssen gut abgedichtet sein und im Bestfall gar von Kinderhänden zu erreichen
  • Einklemmen verhindern
    Ganz gemein sind gezwickte Finger. Vor allem Türen ziehen Babys und Kleinkinder magisch an. Türstopper sorgen dafür, dass man Türen nicht ganz schließen kann und solche Unfälle vermieden werden.

Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen können Unfälle passieren, denn Kinder sind äußerst kreativ und kommen häufig auf Ideen, die völlig fern von dem sind, was wir uns vorstellen können. Kinder sind eben naiv, sie haben (zum Glück!) die meisten Schmerzen noch nicht erlebt. Denn, lernen tut man vor allem aus schmerzlichen und negativen Erfahrungen. Die bleiben eben länger haften. Einmal an den Herd gefasst, wird das Kind so schnell nicht mehr nach oben greifen. Lieber ist es uns Eltern natürlich sie lernen diesen Schmerz erst gar nicht kennen. Falls aber eben doch sollten wir Eltern vorbereitet sein um im Fall der Fälle richtig helfen zu können.

Notfall-Plan

Erste-Hilfe-Kurs
Ein solcher Kurs gibt Eltern Sicherheit. Denn vor allem bei Kindern sind spezielle Techniken hilfreich um im Notfall richtig zu reagieren. Insbesondere das Thema „Verschlucken“ ist für uns Eltern wichtig. Denn, ganz ehrlich: Auch ich hatte schon eine Murmel in der Nase, den Lolli beim Rennen im Mund und so ganz schnell auch im Hals. Was da so alles im Magen landet ist Stoff für zahlreiche Bücher. Doch leider bleibt es eben häufig auch auf dem Weg dorthin stecken.

Liste mit Notfallnummern
Den Kühlschrank zu Hause sollten nicht nur Bilder der Kleinen (und das alte Jugendfoto als Diätansporn) hängen, sondern im besten Fall auch eine Liste mit Notfallnummern für den Ernstfall. In Panik fällt einem die Nummer der Nachbarin nämlich nicht ein, die einen schnell zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren kann. Auch die Nummer der Giftzentrale ist Gold wert, wenn die Kleinen am grünen Busch im Büro geknabbert oder eine Tube Schmerzsalbe genüsslich ausgesaugt haben.


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Kommentare

Orale Phase – wenn alles im Mund landet 21. Dezember 2013 um 07:36

[…] Gefahren. Sobald die Kleinen anfangen sich selbst fortzubewegen ist es deshalb ungemein wichtig die Wohnung kindersicher zu gestalten und das Kind im Freien gut im Auge zu behalten, um es vor gesundheitsgefährdenden Dingen zu […]

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