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Zwillingsschwangerschaft
– Anzeichen, Verlauf, Komplikationen & Co.

Die Anzeichen und Komplikationen einer ZwillingsschwangerschaftNa, wenn das mal keine Überraschung ist?! Manche können sich ja wohl schon ein bisschen auf eine Zwillingsschwangerschaft einstellen, nämlich dann, wenn es sich um eine Schwangerschaft durch Hormonbehandlung bzw. eine künstliche Befruchtung handelt oder aber Zwillinge sich in der Verwandtschaft häufen. Die meisten aber, sind von einer Verdopplung der frohen Botschaft wohl eher überrascht. Nicht ohne Grund, denn so eine Zwillingsschwangerschaft kann das Leben der werdenden Eltern eben auch doppelt auf den Kopf stellen, ganz zu schweigen vom Leben mit Zwillingen. Eine Schwangerschaft mit nur einem Kind kann oft ganz schön anstrengend sein und viele Fragen aufwerfen. 9 Monate lang nun zwei Leben in sich zu tragen und zur Welt zu bringen bringt noch zahlreiche Fragen mehr mit sich. Und nicht nur das: Zwar ist man über Zwillinge meist auch erfreut, aber es kommt auch Kopfzerbrechen hinsichtlich der finanziellen Belastung hinzu und viele Sorgen bezüglich der Schwangerschaft mit und Geburt von Zwillingen.

Anzeichen einer Zwillingsschwangerschaft

Allein die Größe des Bauches ist nur selten das erste Anzeichen für eine Zwillingsschwangerschaft. Bis die zwei Babys sich im Bauch der Mutter nämlich auffällig viel Platz machen, ist diese schon lange festgestellt. Dass man Zwillinge erwartet, wird heutzutage nämlich schon in den allerersten Wochen festgestellt.

Typische Anzeichen für eine Zwillingsschwangerschaft sind:

  • doppelter Herzschlag
    Wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, stellen untersuchende Ärzte von den rein optischen Funktionen des Ultraschallgerätes meist auch auf die akustischen. D.h. sie hören während der Untersuchung auch nach dem Herzschlag des Babys um mögliche Veränderungen festzustellen. Teilt ein Baby sich den Mutterleib mit einem Geschwisterchen, so ist dabei häufig ein doppelter Herzschlag zu hören. Das kann wie ein Echo klingen oder ein völliges Durcheinander geben. In den meisten Fällen wird der untersuchende Frauenarzt jedoch kaum weghören können, es sei denn die Herzen der Zwillinge schlagen im selben Rhythmus.
  • verstärkte Schwangerschaftsbeschwerden
    Häufig sind die ersten Anzeichen bei einer Schwangerschaft mit Zwillingen wesentlich einfacher zu deuten als bei einer Schwangerschaft mit nur einem Baby. Denn, mit einer Schwangerschaft steigt der HCG-Spiegel im Körper enorm an. Häufig kommt es bei Zwillingsschwangerschaften zu einem vielfach höherem HCG-Spiegel, der sich beispielsweise durch verstärkte Schwangerschaftsübelkeit oder extreme Müdigkeit bemerkbar machen kann. Alleine diese Symptome aber müssen noch kein sicheres Anzeichen für eine Zwillingsschwangerschaft sein, da auch werdende Mütter von nur einem Kind unter sehr starken Schwangerschaftsbeschwerden in der Frühschwangerschaft leiden können.
  • höhere Gewichtszunahme
    Frauen mit Zwillingsschwangerschaften legen häufig früher an Gewicht zu, als Schwangere mit nur einem Kind. Während die wirkliche Gewichtszunahme normal erst in etwa ab der 12. Schwangerschaftswoche beginnt, können Frauen mit einer Zwillingsschwangerschaft bis zu diesem Stadium durchaus schon bis zu 5 kg mehr auf den Rippen haben.
  • Größe der Gebärmutter
    Auch die Größe der Gebärmutter kann Aufschluss über eine mögliche Zwillingsschwangerschaft geben. Weil zwei Embryonen nun mal annähernd doppelt so viel Platz benötigen, muss auch die Gebärmutter sich diesen schaffen. So ist zu Beginn vor allem der Stand der Gebärmutter richtungweisend. Er ist bei Zwillingsschwangerschaften meist in etwa 2 cm weiter als für diese Schwangerschaftswoche bei einer normalen Schwangerschaft üblich.
  • Zwei Embryonen
    Ganz klar, zwei Babys auf dem Ultraschall sind wohl das sicherste Anzeichen für eine Zwillingsschwangerschaft. Der Frauenarzt kann in etwa ab der 6. Schwangerschaftswoche deutlich erkennen ob zwei Embryonen bzw. zwei  Dottersäcke vorhanden sind oder zwei Herzen schlagen.

Ich will Zwillinge! – Was muss ich tun?

Tatsächlich wünschen sich viele Frauen trotz der anstrengenden und risikobehafteteren Schwangerschaft und den durchaus schwierigen Zeiten mit zwei gleichaltrigen Babys und Kindern ganz genau das: Zwillinge. Ob man mit Zwillingen Schwanger wird lässt sich aber nur selten wirklich beeinflussen. Denn, ob eine Zwillingsschwangerschaft eintritt, hängt von verschiedenen Komponenten ab:

Erhöhte Wahrscheinlichkeit für Zwillinge:

  • bei familiärer Anhäufung / genetische Veranlagung

    Familien mit Zwillingen auch in den folgenden Generationen (vor allem mütterlicherseits) haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Mehrlingsgeburten. In vielen Familien zeigt sich genau dieses Schema. Gibt es bereits ein Zwillingspaar, so kommen auch in den Generationen danach 5 mal häufiger Zwillinge zur Welt als in einer Familiengeschichte ohne bisherige Mehrlingsgeburten. Hartnäckig hält sich auch die Vermutung die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge würde eine Generation überspringen. Das allerdings lässt sich wissenschaftlich nicht belegen und ist auch rein statistisch nicht nachgewiesen.

  • durch Nachhilfe beim Kinderwunsch
    Zwillinge sind heutzutage weit häufiger als in den vergangenen Generationen. Das hat insbesondere mit den Kinderwunschkliniken zu tun, die glücklicherweise bisher kinderlosen Paaren zum Familienglück verhelfen konnten. Da beispielsweise bei einer Stimulation der Eierstöcke auch immer der Hormonhaushalt der Mutter verändert wird, kommt es weit häufiger zum Eisprung mit mehreren Eizellen, d.h. auch eine doppelte Befruchtung (zwei Spermien) ist möglich. Wird eine künstliche Befruchtung durchgeführt, so werden häufig zwei Embryonen eingesetzt um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen. Nisten sich beide ein, so entsteht ebenfalls eine Zwillingsschwangerschaft.
  • später Kinderwunsch (bei Frauen) 
    Im Körper von Frauen in den Dreißigern werden weit mehr eisprungsauslösende Hormone ausgeschüttet als in jüngeren Jahren. Dadurch wandern mehr Eizellen durch den Körper als bei jüngeren Frauen, die dann ganz natürlich zu einer Zwillingsschwangerschaft führen können.
  • Einnahme von Folsäure
    Auch die Folsäure steht unter Verdacht die Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft zu erhöhen, indem sie möglicherweise die Eierstöcke stimuliert häufiger zwei Eizellen in die Umlaufbahn zu schicken.
  • kurzfristiges Absetzen der Pille
    Man sagt bei der Hormonumstellung des Körpers beim Absetzen der Pille kann es häufig dazu kommen, dass die Eierstöcke besonders fleißig produzieren. Ähnlich der Folsäure kann es also dazu kommen, dass mehr Eizellen durch den Eileiter wandern als üblich. Da aber viele Frauen mit Kinderwunsch sowohl Folsäure vor der Schwangerschaft einnehmen als auch gerade eben erst die Pille abgesetzt haben, scheinen beide Gründe eher selten tatsächlich zu Zwillingen zu führen.

Verlauf einer Zwillingsschwangerschaft

Die Zwillingsschwangerschaft wurde festgestellt. Was aber bedeutet das gesundheitlich nun, Schwanger mit Zwillingen zu sein und wie wirkt sich eine Zwillingsschwangerschaft auf den Körper von Mutter und Babys aus?

typische Schwangerschaftsbeschwerden von Zwillingsmüttern

Wie schon bei den Anzeichen einer Zwillingsschwangerschaft erwähnt, haben Schwangere mit Zwillingen häufig deutlich mehr unter Schwangerschaftsbeschwerden zu leiden als Schwangere mit nur einem Baby. Durch die größere Gebärmutter werden wesentlich früher und auch deutlich stärker die Organe im Körper verdrängt, was zu starkem Sodbrennen,Übelkeit und Atemnot führen kann. Auch der Rücken leidet unter der starken Belastung. Denn nicht nur das erhöhte Gewicht der Mutter, sondern auch die starke Schwerpunktverlagerung durch das Gewicht des Bauches führen oft zu heftigen Rückenschmerzen. Wer mit Zwillingen schwanger ist, wird nur selten um Schwangerschaftsstreifen herum kommen. Denn, auch das beste Bindegewebe streikt unter dem oft immensen Umfang eines Zwillingsbauches. Regelmäßiges Cremen und Pflegen des Bauches kann die Ausmaße der Hautschäden aber deutlich minimieren.

verstärkte Vorsorgeuntersuchungen

Die Vorsorgeuntersuchungen müssen häufiger (alle 2 bis 3 Wochen, zum Ende der Schwangerschaft jede Woche) stattfinden, als bei einer Schwangerschaft mit einem Baby. Ist ja kein Wunder, schließlich hat der Körper einer Schwangeren mit zwei Babys doppelt so viel zu tun und es muss deshalb umso mehr darauf geachtet werden, dass die Zwillinge bei bester Gesundheit sind und optimal im Mutterleib versorgt werden. Anhand der Ultraschall-Untersuchungen (juhuu!!! Ganz oft Babyfernsehen!) kann das Wachstum der Babys genau kontrolliert werden.

Gewichtszunahme bei Zwillingsschwangerschaften


Alle schwangeren Frauen mit Lust auf Kalorienbomben muss ich leider enttäuschen: Die logische Schlussfolgerung  mit Zwillingen dürfe man doppelt so viel an Gewicht zunehmen ist falsch. Erwartet man Zwillinge, so muss das nämlich nicht heißen, dass man auch viel mehr Nahrung zu sich zu nehmen muss. Als Richtwert gilt bei Zwillingsschwangerschaften eine Gewichtszunahme von ca. 17 kg bis 20 kg. Es versteht sich dabei wohl von selbst, dass die Ernährung den Babys zuliebe nicht lediglich aus fettigem Junk-Food und Süßigkeiten bestehen sollte. (Das ist natürlich aber auch mal erlaubt!) Die richtige Ernährung ist wie bei auch bei einer gewöhnlichen Schwangerschaft ausgewogen, mit viel Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch.

Da man bei einer Zwillingsschwangerschaft ja zwei Babys mit den nötigen Vitaminen und Nährstoffen zu versorgen hat, steigt auch der Bedarf an Kalzium, Jod und Eisen doppelt(ein Eisenmangel zeigt sich beispielsweise durch starke Müdigkeit). Es ist daher (wie auch bei normalen Schwangerschaften mit einem Kind) ratsam, diesen Bedarf mit Schwangerschafts-Präparaten abzudecken.

Mögliche Komplikationen bei Zwillingsschwangerschaften

Im Grunde bedeutet die „Diagnose“ Zwillinge für die Schwangerschaft erst einmal sonst gar nicht so viel. Denn, obwohl man mit Zwillingen schwanger ist, muss dies nicht automatisch bedeuten, dass „doppelte“ Komplikationen auftreten. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit für mögliche Komplikationen bei einer Zwillingsschwangerschaft erhöht.

Schwangere leiden häufiger an:

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen mit Kontrolle der Blutwerte bzw. von Blutdruck und Urin sind deshalb umso wichtiger, um mögliche Komplikationen wie diese frühzeitig zu erkennen und ggf. zu behandeln.

Zwillingsschwangerschaft und Kaiserschnitt

Tatsächlich werden Zwillinge meist per Kaiserschnitt geboren. Das hängt vor allem mit den besseren Versorgungs- und Überwachungsmöglichkeiten während der Geburt zusammen, die umso wichtiger sind, je früher ein Kind geboren wird. Weil Zwillingsschwangerschaften meist vor der 37. Schwangerschaftswoche enden oder beendet werden, ist dies umso wichtiger um auch eine mögliche Unreife der Kinder schnell zu versorgen. Auch Frauen, die sich eine Spontangeburt wünschen, wird häufig dann zu einem Kaiserschnitt geraten, wenn die Babys falsch liegen. Wenn mindestens ein Baby mit dem Köpfchen im Geburtskanal liegt, so besteht die Möglichkeit, dass das  zweite sich während der Geburt wunschgemäß dreht und ebenfalls spontan geboren werden kann. Liegen aber beide Babys falsch herum ist eine Drehung in der beengten Gebärmutter nicht mehr möglich und es wird dringend abgeraten. Um einen geplanten Kaiserschnitt möglichst ohne Komplikationen durchzuführen wird er meist auf zwei bis vier Wochen vor Geburtstermin gelegt, um plötzlich auftretende Geburtswehen zu umgehen.

Zu Hause mit den Zwillingen

Vor der Geburt der Zwillinge sollte man sich nicht ständig Sorgen allein um die Entbindung machen. Stattdessen sollte man sich auf das Leben mit dem Doppelpack freuen und einmal checken ob schon für die Zeit nach der Geburt gut gesorgt ist. Zwei kleine Babys – das kann schon mal die beste und achtsamste Mutter schnell überfordern.

Der Partner kann eine große Entlastung sein, auch wenn er nur Kleinigkeiten besorgt und im Haushalt mit anpackt.

Für die Nachsorge kann man die Hilfe einer Hebamme in Anspruch nehmen und bei der Krankenkasse eine Nachsorgebetreuung beantragen. Das Rezept dafür stellt der Arzt aus. Die Hilfe einer Hebamme ist vor allem bei der Frage, wie man die Zwillinge stillen soll, sehr wichtig für eine frischgebackene Mami, die sehr schnell mit dieser Thematik überfordert sein kann.

Wenn mal die Freunde oder Familie bei einem Problem nicht helfen können, gibt es dafür in einigen Städten eine Selbsthilfegruppe für Eltern von Zwillingen. Hier kann man sich mit anderen Paaren bezüglich diverser Fragen rund um die Zwillinge unterhalten und sich gegenseitig Tipps geben.

Die lieben Finanzen – Finanzielle Unterstützung bei Zwillingen

Da man mit Zwillingen auch mit einer höheren finanziellen Belastung zu rechnen hat, steht den Eltern auch mehr Elterngeld zu. Wieviel das voraussichtlich sein wird, entnimmt man am besten den Informationen der Sozialhilfe. Befindet man sich in einer besonderen Notlage, so kann über „die Bundesstiftung Mutter und Kind“ Unterstützung beantragen und in den Schwangerschaftsberatungsstellen bekommt man alle weiteren Hinweise und Auskünfte bezüglich aller Leistungen, die in Frage kommen.

 

Es ist am Anfang eine ganz natürliche Erscheinung, dass man als werdende Mutter von Zwillingen von Ängsten geplagt ist. Doch dies ist meist gar nicht nötig und stresst den Körper und die Seele umsonst. Die medizinische Versorgung der Babys ist heutzutage bestens und man erhält bei Problemen immer und überall Hilfe, vor allem aus dem Freundeskreis und der Familie. Man sollte sich vielmehr auf das Glück konzentrieren, welches man mit den Babys hat.

Sieht man in die glücklichen Augen einer Mutter von einem Baby, so kann man sich sicher sein, dass sich das Glück mit Zwillingen auf dieselbe Weise verdoppeln wird.

 

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