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Schwangerschaftsvergiftung – Anzeichen

In den 40 Wochen einer Schwangerschaft gibt es eine Vielzahl von Risiken, die Kind und Mutter gefährden können. Um diese zu minimieren, gilt es sich entsprechend der Schwangerschaft zu ernähren, Sport und Aktivitäten anzupassen und auf für das Baby gefährliche Stoffe wie Drogen, Alkohol und Medikamente wenn möglich zu verzichten. Eine Schwangerschaft bedeutet auch immer Verantwortung: Für sich und vor allem für das ungeborene Kind.

Doch nicht alle Risiken einer Schwangerschaft lassen sich durch das richtige Verhalten minimieren. Einige Erkranken können nahezu unabhängig vom Verhalten der Schwangeren auftreten. Hierzu gehören vor allem die verschiedenen Arten der Schwangerschaftsvergiftung. Der Begriff Schwangerschaftsvergiftung ist eine eigentlich veraltete Beschreibung für eine Spätgestose, da man früher davon ausging, dass ein eigenes produziertes Körpergift für diese Erkrankung ursächlich war. Mittlerweile weiß man, dass dies nicht der Fall ist. Trotzdem lässt sich eine Schwangerschaftsvergiftung nicht vorher sehen. Vielmehr ist es wichtig die Anzeichen der Schwangerschaftsvergiftung rechtzeitig zu erkennen um frühzeitig zu behandeln bzw. einzugreifen.

Was sind Anzeichen für eine Schwangerschaftsvergiftung?

Die Spätgestose wird in vier verschiedene Krankheiten unterteilt

  • PräeklamsieAnzeichen einer Präeklamsie sind vor allem Wassereinlagerungen in den Beinen. Gut sichtbar ist dies oft am Ende des Tages, wenn beim Ausziehen der Strümpfe deutlich zu sehen ist, dass sie einschneiden. Oftmals passen auch Schuhe aufgrund der Wassereinlagerungen nicht mehr. Anzeichen einer solchen Schwangerschaftsvergiftung erkennt der Arzt oftmals auch durch eine erhöhte Konzentration an Eiweiß im Urin und einem erhöhten Blutdruck. Die Schwangere leidet vermehrt unter Kopfschmerzen, Augenflimmern und allgemeinem Unwohlsein. Aufgrund der ungeklärten Ursachen für diese Art der Erkrankung wird meist von einer Behandlung direkt abgesehen. Die Schwangere muss stationär regelmäßig und engmaschig untersucht und die kindlichen Herztöne mittels CTG abgehört werden. In Extremfällen muss die Schwangerschaft vorzeitig beendet werden um eine Eklampsie zu verhindern.
  • EklampsieDie Eklampsie ist eine Steigerung der Präeklampsie. Zu deren Symptome kommen Krampfanfälle hinzu, die plötzlich auftreten und bis zum Bewusstseinsverlust führen können. Anzeichen der Schwangerschaftsvergiftung ist ein schnell ansteigender Blutdruck mit beispielsweise Kopfschmerzen, Doppelsehen oder Augenflimmern. Zur Behandlung muss die Schwangere ein Krankenhaus aufsuchen, wo den Krampfanfällen medikamentös vorgebeugt werden kann. Auch hier folgt meist ein Kaiserschnitt.
  • PropfgestoseBei dieser Form handelt es sich im Grunde gar nicht um eine Schwangerschaftsvergiftung. Der Grundstein dieser Krankheit liegt nämlich nicht in der Schwangerschaft selbst. Die Anzeichen sind ähnlich der zuvor genannten Gestosen, allerdings leiden Frauen hier bereits vor der Schwangerschaft an Bluthochdruck oder einer Nierenerkrankung. Hinzu kommen nun durch die Schwangerschaft oft weitere Symptome oder die bisher vorhandenen werden verstärkt.
  • HELLP-Syndrom

    Das HELLP-Syndrom ist eine verschlimmerte Variante der Präeklamsie. Zusätzliches Anzeichen einer solchen Schwangerschaftsvergiftung ist eine Leberfunktionsstörung, die starke ausstrahlende Schmerzen im oberen Teil des Bauches verursacht (Leberkapselspannung). Hinzu kommen oft unspezifische Symptome wie Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen. Auch hier besteht die Gefahr von Nierenversagen und der Gefahr einer plötzlichen Plazentaablösung. Je länger diese Art von Schwangerschaftsvergiftung unbehandelt bleibt, desto größer ist außerdem die Schädigung der Leberzellen. Meist folgt auf die Diagnose des Syndroms eine intensive stationäre Beobachtung der Schwangeren, welche in den darauf folgenden Tagen fast immer einen Kaiserschnitt zur Folge hat um Kind und Mutter außer Gefahr zu bringen.

Alle Anzeichen einer möglichen Schwangerschaftsvergiftung sind dringend ernst zu nehmen und vom Arzt abzuklären. Für Mutter und Kind in extremen Fällen lebensgefährlich, sollte man sich nicht scheuen, jeden Verdacht beim Frauenarzt anzusprechen. Durch eine regelmäßige Kontrolle von Urin und Blutdruck bleiben heute nur noch selten Fälle von Schwangerschaftsvergiftungen unentdeckt.


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Kommentare

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