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Die ersten Tage nach der Entbindung

Wenn es ins Krankenhaus geht, macht man sich als werdende Mutter erst einmal nur Gedanken über das Wohl des Kindes und einen glücklichen Ausgang der Geburt. Wenn das Baby dann gesund und ohne größere Komplikationen auf die Welt gekommen ist, ist die Freude groß. Doch worauf müssen sich Mutter und Kind während der ersten gemeinsamen Minuten, Stunden und Tage im Krankenhaus einstellen? Auch der werdende Vater, Freunde und Bekannte sollten wissen, wie sie die junge Familie jetzt am besten unterstützen können.

Unmittelbar nach der Geburt

Spontangeburt / natürliche Geburt:

Wenn man eine natürliche Geburt gewählt hat und keine Komplikationen während der Geburt einen Kaiserschnitt nötig gemacht haben, so folgt auf die Geburt des Babys und das Durchtrennen der Nabelschnur noch die Nachgeburt. Bei einigen Geburten wird durch einige Handgriffe am Bauch nachgeholfen, bei anderen kommt sie von selbst automatisch und wieder andere werden aufgefordert, noch einmal kräftig zu pressen. Oft wird noch einmal ein wehenförderndes Mittel gegeben, damit die Nachgeburt sich leichter lösen kann. Die meisten Mütter bekommen dies nur am Rande mit, weil das gerade geborene Baby auf ihrem Arm sämtliche Aufmerksamkeit an sich reißt. Es kann sein, dass nach der Geburt auch ein eventueller Dammschnitt bzw. Dammriss wieder genäht werden muss. Dieser wird bei einigen Geburten bewusst gesetzt, wenn der Weg für den Kopf des Babys zu schmal ist und die Gefahr besteht, dass das Gewebe von selbst ungünstig einreißt. Sowohl vor dem Nähen, als auch vor dem Riss selbst, brauchen werdende Mütter keine Angst haben. Unter der Geburt bzw. den Presswehen, bemerken die Frauen nur sehr selten, wenn ein Dammschnitt oder ein selbstständiger Dammriss erfolgt. Für das Nähen werden die betroffenen Stellen noch einmal örtlich betäubt. Die Schwestern werden erst einmal die Mutter säubern. Das Baby wird heutzutage nicht mehr gesäubert, sondern direkt warm in ein Tuch eingewickelt an die Eltern übergeben. Die verbliebene Käseschmiere, die häufig an vielen Stellen wie den Achselhöhlen oder dem Gesicht noch vorhanden ist, wirkt wie eine Pflege und sollte nicht direkt entfernt werden.

Danach verlebt die junge Familie ihre ersten wertvollen und wichtigen Stunden mit dem neuen Erdenbürger. Das Baby wird zumeist noch sehr lange nicht angezogen. Das nackte Baby erkennt so nah an der Mutter deren Herztöne, Stimme und Geruch. Es erfährt zum ersten Mal Haut an Haut Wärme und Geborgenheit. Das erste Stillen schafft eine enge Verbindung zwischen Mutter und Kind. Sollte man aus medizinischen Gründen erst einmal getrennt werden, kann das Bonding aber auch problemlos später erfolgen.

Kaiserschnitt

Nach einem Kaiserschnitt wird das Baby nach medizinischer Überprüfung meist an den Vater übergeben, da die frisch gebackene Mutter noch im OP verbleiben muss, bis die Operation beendet ist. Denn, das Baby ist meist schon nach wenigen Minuten im Operationssaal auf der Welt, das Schließen der Gebärmutter und des Bauches dauert weit länger. Häufig dürfen sich die Väter weiter mit dem Baby zur Mutter setzen. Bei einem Kaiserschnitt unter Vollnarkose, der häufig bei plötzlichen Komplikationen von Nöten sein kann, ist die Mutter bei und nach der Geburt nicht wach. Auch der Vater hat bei einem Not-Kaiserschnitt nicht die Möglichkeit, bei der Geburt anwesend zu sein. Er bekommt nach der Geburt das Baby zu sich und kann nach Beenden der OP bei der Mutter bleiben, bis diese aufwacht.

Was jetzt mit dem Körper der Mutter passiert

Ein häufiges Wechseln von Binden wird jetzt erst einmal von Nöten sein, da der Wochenfluss in den ersten Tagen meist besonders stark ausfällt. Binden und Einlagen werden meist von den Krankenhäusern zur Verfügung gestellt. Auch auf die Nachwehen müssen sich junge Mütter einstellen. Diese sind wichtig, damit sich die Gebärmutter wieder richtig zusammenziehen kann. Insbesondere beim Stillen sind die Nachwehen deutlich zu spüren. Die Stationsschwestern können hier bei Bedarf Schmerzmittel geben, die auch mit dem Stillen vereinbar sind. Haarausfall und übermäßiges Schwitzen gehören ebenfalls zu den normalen Symptomen nach der Geburt. Wenn man einen Kaiserschnitt hatte, muss man natürlich mit Schmerzen durch die Operation rechnen. Manche Frauen fallen durch den rapiden Abfall von Schwangerschaftshormonen nach der Geburt in die sogenannte Wochenbettdepression, die zu einem Stimmungstief, bis hin zu Depressionen führen kann. Alles in allem ist die Geburt für eine Frau ein heftiges Wechselbad an Gefühlen. Deshalb gilt es in den Tagen nach der Geburt besonders viel Verständnis für Stimmungsschwankungen oder ungewohnte Gefühlsausbrüche zu haben. Denn die Gefühle gerade einen Menschen geboren zu haben wechseln gerne von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt.

Wie Freunde und Familie sich verhalten sollten

Am besten für Mutter und Kind ist es, wenn nicht pausenlos Besuch die Ruhe der beiden stört. Natürlich sind Familie und Freunde gespannt auf das Baby, schließlich musste man viele Monate warten bis dieses neue Leben endlich das Licht der Welt erblicken durfte. Für Mutter und Kind ist es trotzdem am besten, wenn sie in den ersten Tagen etwas Zeit für sich haben. Das Baby hat zu Beginn seines Lebens noch keinen wirklichen Still- und Schlafrhythmus und so sollte die Mutter möglichst oft die Gelegenheit haben, sich gemeinsam mit dem Baby ein wenig auszuruhen. Freunde sollten Verständnis haben und sich nach Möglichkeit zeitlich absprechen, um zusammen zu kommen. Aus Rücksicht auf eventuelle Zimmergenossinen ist es am besten, man zieht sich gemeinsam in einem Besucherzimmer zurück. Einige Hebammen empfehlen sogar, sieben Tage lang keinen Besuch zu empfangen, um an diesen hochsensiblen Tagen nicht gestört zu werden. Aber das muss letztendlich jede Familie selbst entscheiden.

Sicherlich macht es auch Sinn, wenn sich Freunde oder Familie gemeinsam überlegen, was man der jungen Familie sinnvolles schenken kann, statt wahllos zu den üblichen Kleinigkeiten zu greifen, die man häufig schon im Überfluss hat. Wer nicht ins Krankenhaus kommen kann, der darf Mutter und Kind natürlich trotzdem eine Freude machen. Schließlich kann man heute bequem Blumen im Internet bestellen und so der jungen Familie zeigen, dass man an sie gedacht hat. Nicht nur ein Besuch im Krankenhaus, auch auf andere Weise kann man die frisch gebackene Familie unterstützen (beispielsweise durch die Übernahme des nächsten Einkaufs oder das Putzen des Hauses für die im Krankenhaus liegende Mutter) Dadurch kann man der Familie die ersten Tage im Alltag sicher erleichtern.

Bürokratie rund um die Geburt

Die romantischen ersten Stunden und Tage mit dem Baby sind etwas ganz besonderes. Schön, wenn man dann nicht an all die organisatorischen Dinge denken muss. Einige Unterlagen sollte man deshalb ruhig schon vor der Geburt vorbereiten, um keine wertvollen Minuten mit dem Baby in Papierbergen zu verschwenden.

 


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