Skip to main content

Bonding bei Babys

Jeder Mensch weiß, wie tief und bedingungslos Kinder ihre Eltern lieben – und doch kommen Kinder mit dieser Liebe nicht fertig auf die Welt. Die Bindung zwischen Eltern und Kind muss wachsen und durchläuft von der Geburt bis zur Ablösung vom Elternhaus viele verschiedene Stadien. Das entscheidende Fundament für diese Bindung legt das Bonding in den ersten Lebensmonaten eines Babys, denn in dieser Phase werden aus frisch verliebten Eltern und einem hilflosen kleinen Baby echte Familienmitglieder, die gemeinsam durch dick und dünn gehen.

Was ist Bonding?

Als Bonding bezeichnen Kinderpsychologen die Entwicklungsphase, in der ein Neugeborenes eine im Idealfall tiefe Bindung zu seinen Bezugspersonen entwickelt. Oft sind das natürlich die leiblichen Eltern, ein Baby macht beim Bonding aber keinen Unterschied, ob es sich der leiblichen Mutter, Adoptiveltern oder einer anderen Betreuungsperson anschließt. Entscheidend ist nur, ob das Kind das Trauma der Geburt mithilfe der liebevollen Bezugspersonen überwinden und mit einem sicheren Gefühl der Geborgenheit im Leben ankommen kann. Denn im Mutterleib kennen Babys weder Hunger noch Kälte noch Einsamkeit. Erst durch die Geburt wird Kindern bewusst, wie schutzlos sie sind, und das sie für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse nach Wärme, Nahrung und Schutz auf andere Menschen angewiesen sind.

Eine intensive Verbindung zum Baby aufbauen durch Bonding

Um zu verstehen, wie Bonding funktioniert, müssen wir uns also in Babys hineinversetzen. Während die Eltern schon die ganze Schwangerschaft nutzen konnten, um eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen, kann das Kind über bewusste Mechanismen wie Vorfreude noch gar nicht verfügen. Wird ein Baby geboren, kann es nur fühlen, riechen, schmecken – aber noch nicht denken. Babys sind also reine Gefühlsmenschen. Sie wollen ihre Eltern erschnuppern, ihre Wärme und Zärtlichkeit fühlen, Geborgenheit und Schutz genießen. Besonders unmittelbar nach der Geburt setzen deshalb auch viele Krankenhäuser auf intensives Bonding. Müttern wird empfohlen ihr Kind oft und mit möglichst wenig Kleidung (im besten Fall auf nackter Haut) zu sich ins Bett zu nehmen. Dieses Kuscheln, bei dem Mutter und Kind die Haut des anderen spüren, schenkt beiden das Gefühl von absoluter Zusammengehörigkeit. Durch diesen Prozess des Kennenlernens fasst das Kind ein Vertrauen in seine Eltern, das sein Urvertrauen ein Leben lang stärken wird. Erwachsene, die als Baby liebevoll von ihren Eltern empfangen und zuverlässig versorgt wurden, sind krisenfester und selbstbewusster als Altersgenossen, die sich der Liebe ihrer Eltern nicht sicher sein konnten. Bonding ist also eine Investition in die seelische Gesundheit unserer Kinder – lebenslang.

In sich hören und nicht verunsichern lassen

Oft sind junge Eltern allerdings unsicher, wie sie die Bindung zu ihrem Kind herstellen sollen. Mütter, Schwiegermütter und Kinderärzte sind da mit ihren gut gemeinten Tipps auch manchmal eher störend als hilfreich – denn Bonding ist eine Frage des Instinkts. Wer das Urvertrauen seines Babys liebevoll stärken will, sollte auf sein Gefühl hören und so viel Zärtlichkeit und Wärme geben, wie das Baby einfordert. Denn jedes Baby äußert seinen Wunsch nach Zuwendung und Nähe auf eine andere Weise. Wichtig ist, dass Eltern sich entspannen und sich nicht selbst unter Druck setzen. Denn nur so können sie ihrem Baby gegenüber Ruhe und Sicherheit ausstrahlen. Die Bindung zwischen Eltern und Kind braucht wie ein junger Baum Zeit, um groß und stark zu werden.


Ähnliche Beiträge



Kommentare

Die ersten Tage nach der Entbindung 22. Januar 2014 um 07:15

[…] zwischen Mutter und Kind. Sollte man aus medizinischen Gründen erst einmal getrennt werden, kann das Bonding aber auch problemlos später […]

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *