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Rauchen in der Schwangerschaft – Risiken, Folgen, Abgewöhnung & Co.

Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen! Mal ganz ehrlich. Ich bin selbst Nichtraucherin und hatte natürlich keinerlei Schwierigkeiten mein ungeborenes Kind in der Schwangerschaft vor dem Einfluss von Nikotin zu schützen. Wäre ich Raucherin gewesen, so wäre die Kenntnis der Schwangerschaft auch zeitgleich Anlass für eine letzte Zigarette gewesen, so behaupte ich zumindest. Und es wird eine Behauptung bleiben, denn welch Nichtraucher versteht schon, warum es so vielen Menschen schwer fällt vom Glimmstengel zu lassen?! Es ist genau so wenig nachvollziehbar wie die vielen anderen Laster, die wir mit uns herum tragen und von denen wir doch wissen, dass sie schädlich für den Körper, die Figur oder eben die Gesundheit haben. Trotzdem greifen wir zu diversen Suchtmitteln, leben und ernähren uns ungesund. Doch der große Unterschied zwischen vielen dieser Laster sind die Auswirkungen UND wie weit diese reichen.

Denn, sind wir schwanger, so tragen wir nun nicht mehr nur die Verantwortung für uns, zerstören mutwillig unseren Körper oder unsere Gesundheit, sondern wir haben die Verantwortung über die Gesundheit eines ungeborenen Babys. Ein Baby, dass keinen Einfluss darauf nehmen kann, wie mit dem Körper umgegangen wird, dass für 10 Monate sein Zuhause ist.

Wer also mit dem positiven Schwangerschaftstest in Händen nicht selbst das innere Bedürfnis verspürt sofort aufzuhören, der sollte sich ausgiebig damit beschäftigen, welche Folgen Rauchen auf das Baby haben kann und sich darüber informieren, wie man Hilfe findet, wenn man den Schritt weg vom Nikotin mit reinem Willen allein nicht schafft.

Folgen für das Baby

Eigentlich sollte der Körper der Mutter das Baby schützen und es versorgen, doch bei Raucherinnen wird er hingegen zu einer gefährlichen Falle für das Baby. Es ist erwiesen, dass Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft geraucht haben, ein geringeres Geburtsgewicht haben und anfälliger gegen Krankheiten sind als Kinder von Nichtraucherinnen.

Gesundheitliche Risiken für das Baby durch Zigarettenkonsum der Mutter:

  • Ablösung der Plazenta
  • Fehl- oder Totgeburt
  • geringes Geburtsgewicht
  • geringe Hirnsubstanz
  • Fehlbildungen an Händen, Beinen und Füßen
  • Asthma und andere Atemwegserkrankungen
  • Sprach- und Verhaltensstörungen
  • plötzlicher Kindstod

Je mehr eine Frau während der Schwangerschaft raucht, desto größer wird die Gefahr für das Kind. Trotzdem können viele Frauen während der Schwangerschaft nicht verzichten.

Warum ist es selbst in der Schwangerschaft so schwer aufzuhören?

Rauchen ist eine Sucht, von der man nur schwer loskommt. Der Suchtfaktor ist häufig nicht das Nikotin selbst, sondern die vielen Glückshormone, die bei jedem Zug an der Zigarette freigesetzt werden. Da eine Frau während der Schwangerschaft oft unter Druck steht, kann der Zigarettenkonsum dann sogar noch zunehmen, denn Rauchen beruhigt. Auch das Umfeld macht es Schwangeren oft schwer mit dem Rauchen aufzuhören. Denn, rauchen wichtige Bezugspersonen der Schwangeren, so werden sie immer und immer wieder mit der Lust konfrontiert und kommen immer wieder in die Gelegenheit zur Zigarette zu greifen. Wie also NEIN zur Zigarette sagen?

Wie können sich Schwangere das Rauchen abgewöhnen?

Wer für sich selbst und für sein Kind mit dem Rauchen aufhören möchte, benötigt die richtige Motivation und eine klare Zielsetzung, Unterstützung durch den Partner und andere Angehörige sowie eine durchdachte Strategie für den Moment, in dem das Verlangen nach einer Zigarette übermächtig wird.

  • Bewusstsein über die Gefahren
    Das Rauchen während der Schwangerschaft schädlich für die Entwicklung des Kindes ist, dessen sind sich fast alle Frauen durchaus bewusst. Viele Schwangere schaffen es deshalb allein mit dem Wunsch nach einem gesunden Baby und dem Wissen um die Verantwortung für das Baby das Rauchen aufzugeben. Dazu bedarf es allerdings einer umfassenden Aufklärung. Der Frauenarzt informiert im Normalfall bereits beim ersten Vorsorgetermin ausführlich zum Thema Rauchen in der Schwangerschaft.
  • Eine Strategie für den Notfall
    Wenn das Suchtzentrum im Gehirn nach neuem Nikotin verlangt, können mitunter leichte Entzugserscheinungen auftreten. Diese äußern sich individuell über Hitze- oder Kältewallungen, ein Zittern der Hände oder einen beschleunigten Puls und Nervosität, sie halten jedoch meist nur wenige Minuten an. Wenn man es also schafft, in dieser Zeit nicht zur Zigarette zu greifen, fällt der Verzicht auf Nikotin in den nächsten Stunden wieder leichter. Daher sollten sich werdende Mütter, die mit dem Rauchen aufhören möchten, eine Strategie für den Notfall überlegen, mit der sie sich auf andere Gedanken bringen oder den Händen etwas zum halten geben.Beliebte Strategien sind: Kaugummi kauen, Spazieren gehen, Obst essen, Ablenken mit Arbeit im Haushalt oder guter Musik.
  • Unterstützung von außen
    Besonders willensstarke Frauen können es schaffen, sich das Rauchen ganz alleine abzugewöhnen. Vielen Schwangeren fällt es jedoch leichter mit dem Rauchen aufzuhören, wenn sie Unterstützung von anderen erfahren und mit ihren Sorgen und Ängsten nicht alleine gelassen werden. Wenn man schwanger ist und das Rauchen schnellstmöglich einstellen möchte, sollte man deshalb Freunde und Familienangehörige in die eigenen Pläne einweihen und sich somit zum einen selbst unter eine gewisse Außenkontrolle zu stellen und zum Anderen den Personen die Möglichkeit zu geben Rücksicht zu nehmen und mit Hilfe zur Seite zu stehen.  Auch Selbsthilfegruppen oder Raucherentwöhnungskurse sind Möglichkeiten eine rauchfreie Schwangerschaft anzugehen.
  • Den Partner in die Pflicht nehmen
    Ist der Partner ebenfalls Raucher, sollte auch er in den Zigarettenentzug einbezogen werden. Auch das Passivrauchen der Mutter kann dem ungeborenen Kind schaden. Außerdem fällt es schwer, selbst auf die Zigarette zu verzichten, wenn der Partner weiterhin raucht.

Rauchen vor der Schwangerschaft

Ist die Schwangerschaft geplant, sollte man am besten schon im Vorfeld das Rauchen aufgeben. Das bringt nicht nur den Vorteil, dass man die Thematik auch etwas langsamer angehen kann, sondern verbessert auch die Startbedingungen in eine Schwangerschaft. Das Baby ist von Anfang an wesentlich besser versorgt als Babys von Schwangeren, die gerade erst aufgehört haben zu rauchen.

Die richtige Motivation führt zum Ziel

Ob das Rauchen in der Schwangerschaft erfolgreich aufgegeben wird, hängt vor allem mit der richtigen Motivation zusammen. Denn wenn die Lust auf eine Zigarette überhandnimmt, sind es die eigenen Ziele und Hoffnungen, die den Willen stärken und die Sucht effektiv bekämpfen. Schwangere Frauen tragen die größte Motivation bereits in sich: Der Gedanke an die Gesundheit und das Glück des eigenen Kindes stellt für sie meist den größten Antrieb dar. Jede einzelne Zigarette, auf die man während der Schwangerschaft verzichtet, wirkt sich positiv auf das Ungeborene aus, jede gerauchte Zigarette belastet seinen sich entwickelnden Körper mit Schadstoffen.

Wenn die Sucht dann doch einmal gewinnt, führen Selbstvorwürfe nicht zum Ziel. Jede werdende Mutter, die das Rauchen aufgeben möchte, muss für sich selbst herausfinden, wie sie sich am besten motivieren und zum durchhalten bewegen kann. Wer stark bleibt und sein Ziel nicht aus den Augen verliert, wird den Kampf gegen die Sucht letztendlich gewinnen.

 


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