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Neugeborenengelbsucht

Wie sehr freuen sich Eltern, wenn nach einer langen Schwangerschaft nun endlich die Geburt ansteht und das eigene Kind das Licht der Welt erblicken wird. Voruntersuchungen im Mutterleib haben ergeben, dass an dem Fötus alles dran ist und er voraussichtlich gesund zur Welt kommen wird. Die baldige Geburt ist etwas einmaliges, dass kaum vorhersehbar und völlig individuell ist, wie eben auch alle Beteiligten. Kurzweilig oder über viele Tage, vielleicht schmerzhaft, vielleicht fast ein Spaziergang. Meist geht alles gut und ein gesundes Kind kommt zur Welt. Alle Angehörigen befinden sich in einem seeligen Rausch. Dennoch bergen auch die ersten Tage nach der Geburt immer wieder kleine oder größere Gefahren für das Kind. Daran will natürlich niemand denken, sind Komplikationen doch eher unwahrscheinlich. Gerade deshalb ist die Angst groß, wenn das Baby in den ersten Lebenstagen plötzlich verändert aussieht.  

Woher kommt Neugeborenengelbsucht?

Die häufigste Form der Neugeborenengelbsucht ist der sogenannte Physiologische Neugeborenenikterus. Etwa drei Tage nach der Geburt ist plötzlich eine gelbliche Färbung der Haut und in den Augen des Babys zu sehen. Die umgangssprachlich Neugeborenen-Gelbsucht genannte Erscheinung tritt bei etwa 60 Prozent der Säuglinge auf und ist in den meisten Fällen harmlos. Ursache kann zum einen ein unreifes Organ des Babys sein: Nachdem der Säugling das Licht der Welt erblickt hat, arbeitet die Leber des Babys noch nicht in vollem Umfang. Das ist für den Organismus des kleinen Babys aber wichtig, müssen doch in den ersten Lebenstagen besonders viel Hämoglobin und demzufolge auch Bilirubin (ein Abbauprodukt des Hämoglobins) abgebaut werden. Geht der Abbauprozess im Körper langsamer als üblicherweise, so reichert sich dieses Bilirubin im Körper an und sorgt für die gelbliche Färbung. Grundsätzlich sind alle Vorgänge Risikofaktoren für eine Gelbsucht, die mit einer erhöhten Hämoglobin-Produktion (und damit auch dem Abbauprodukt Bilirubin) einher gehen. Das können beispielsweise blaue Flecke während der Geburt sein. Auch eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind können Ursache sein.

Wie wird das Baby bei Neugeborenengelbsucht behandelt?

  • Ohne Zutun
    In den meisten Fällen verschwindet die Neugeborenengelbsucht von selbst wieder und der Säugling bekommt seine natürliche Hautfarbe ohne medizinische Hilfe. Es ist also eine Aufregung total unbegründet. Über die obligatorische Blutuntersuchung kann festgestellt werden, ob die Erkrankung ernsthafterer Natur ist oder nicht.
  • Unterstützung durch blaues Licht
    In manchen Fällen zeigen die Werte im Blut an, dass die Neugeborenengelbsucht nicht von selbst verschwinden wird. Dann wird der Säugling mehrere Stunden mit einem blauen Licht bestrahlt. Das Liegen unter dem blauen Licht wird für etwa vier bis sechs Stunden in gewissen Abständen wiederholt. Zum Schutz der Augen bekommt das Kind eine Brille aufgesetzt. Durch das blaue Licht wird das Bilirubin wasserlöslich und dann vom Säugling auf natürliche Art ausgeschieden.
  • Bluttransfusion
    Wird auf diesem Weg kein Erfolg erzielt, so hilft eine Bluttransfusion, bei der das Blut des Babys einmal völlig ausgetauscht wird, um dadurch einen Heilerfolg zu erreichen.

Welche Gefahr besteht bei sehr hohen Werten?

In besonders schweren Fällen erreicht die Bilirubin-Konzentration weit mehr als 20 mg/dl (unbedenklich sind bis 15 mg/dl). Eine so hohe Menge an Bilirubin kann bei nicht völlig gesunden Kindern (beispielsweise Frühchen) die Blut-Hirn-Schranke durchdringen und es kommt zu schweren gesundheitlichen Schäden an den Hirnzellen. Die Folgen können Atemstörungen sein, wodurch sogar im schlimmsten Fall der Tod eintreten kann. Solch starke Komplikationen sind allerdings glücklicherweise selten.

Gesunde Ernährung ist wichtig

Leider stellten die Mediziner fest, dass bei Kernikterus in den letzten Jahren ein Anstieg zu verzeichnen ist. Ungeklärt bleibt, welche Ursachen dafür verantwortlich sind. Vermutet wird eine zunehmend ungesunde Lebensweise, wodurch sich schon während der Schwangerschaft mehrere Giftstoffe auch in den Föten ablagern. Unter anderem deshalb sollte sich eine werdende Mutter auch ihrem Kind zuliebe besonders gesund ernähren und auf Alkohol und Nikotin während der Schwangerschaft sowieso grundsätzlich verzichten.


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