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Brustentzündung (Mastitis) – Symptome, Behandlung und Vorbeugung

Es gibt Dinge, die man als frisch gebackene Mama so gar nicht brauchen kann. Nicht genug, dass das Stillen zu Beginn sowieso unangenehm und teilweise schmerzhaft ist, nein, bei manchen Frauen muss auch noch eine richtige Entzündung der Brust hinzu kommen. So eine Brustentzündung während der Stillzeit (auch Mastitis puerperalis genannt) ist ungemein schmerzhaft und wirklich schlecht getimed, wenn man bedenkt, dass man gerade eben ein kleines Baby zur Welt gebracht hat und eh schon geschwächt ist. Neben den allgemeinen körperlichen Beschwerden nach einer Geburt hat man zudem ja auch organisatorisch sehr viel um die Ohren. Da braucht man nicht auch noch ein lästiges Problem wie dieses!

Wie aber kann man eine solche Brustentzündung vermeiden und wie kann man sie im Fall der Fälle am schnellsten behandeln?

Ursachen für eine Brustentzündung

Nach der Geburt des Kindes kann es einige Tage dauern, bis der sogenannte Milcheinschuss eintritt. Anfangs bilden die Brüste das „Kolostrum“, auch „Vormilch“ genannt. Diese ist sehr reichhaltig, dickflüssig und wird in nicht so großen Mengen produziert, wie die Muttermilch nach dem Milcheinschuss. Das Baby muss also oft sehr stark saugen, um an die notwendige Milch zu gelangen. Dieser für die Brustwarze ohnehin schon ungewohnter Vorgang reizt die Haut und es kommt zu kleinen Rissen oder Verletzungen und wunden Brustwarzen. Die bilden eine optimale Eintrittspforte für Keime. Wenn Keime eingetreten sind und nach dem Milcheinschuss die plötzlich großen Mengen Muttermilch durch das Stillen nicht schnell genug abfließen können, breiten sich die Keime (meistens Staphylokokken) in den Milchdrüsen aus und eine schmerzhafte Infektion entsteht. In schlimmen Fällen können sich sogar Abszesse in der Brust bilden. Bei diesen punktuellen Entzündungen kann es notwendig werden, die eitrige (iiiigittt!) Flüssigkeit mittels verschiedener Maßnahmen (beispielsweise durch Aufstechen etc.) zu entfernen.

Symptome einer Brustentzündung

Der Verdacht von einer Brustentzündung betroffen zu sein kommt meist recht schnell von der Mutter selbst. Denn sie ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch von außen fühl- und sichtbar. Zudem kommen zur schmerzhaften Brust schnell Begleitsymptome.

  • Der Teil des Busens, in dem sich die Entzündung befinden, weist eine sehr schmerzhafte Schwellung auf, die Brust ist an der betroffenen Stelle warm und rot
  • Es tritt teilweise hohes Fieber auf, verbunden mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen.
  • Die Lymphknoten in den Achseln schwellen an
  • In seltenen Fällen kann sich ein Abszess bilden

Unterschied zwischen Milchstau & Brustentzündung

Eine Brustentzündung ist manchmal nur schwer von einem Milchstau zu unterscheiden. Auch weil sich ein relativ harmloser Milchstau in jedem Fall auch zu einer Mastitis entwickeln kann. Wichtigster Unterschied zwischen Milchstau und Brustentzündung: Ein Milchstau kann durch richtiges Anlegen, gutes Ausstreichen bwz. Leeren der Brust und kühlende/wärmende Umschläge von selbst zurückgehen. Eine Brustentzündung hingegen muss fast immer medikamentös behandelt werden. In vielen Fällen ist bei einer Brustentzündung, anders als bei einem Milchstau, auch das Abstillen notwendig.

Im Zweifelsfall sollten von der Hebamme, dem Frauenarzt oder, falls man sich noch in der Klinik befindet, auch vom zuständigen Arzt ein klinisches Bild erfasst werden. Dazu gehört zum Beispiel eine Untersuchung des Blutes auf vorhandene Entzündungswerte oder ein Ultraschall der Brust bei Verdacht auf einen Abszess.

Was hilft bei einer Brustentzündung?

Um eine Brustentzündung möglichst schnell wieder los zu werden, können verschiedene Maßnahmen hilfreich sein. Dazu kann das Baby beitragen aber auch eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein.

  • Stillen als Hilfe bei einer Brustentzündung
    Schon bei einem Verdacht auf eine Mastitis sollte man beim Stillen häufig die Position des Kindes wechseln. Dem Kind kann durch das Trinken der Milch während einer Brustentzündung nichts passieren.
  • Milch abpumpen
    Im fortgeschrittenen Stadium reicht es häufig nicht aus, das Baby an der Brust trinken zu lassen und Arzt oder die Hebamme raten dazu, die Milch abzupumpen und zu verwerfen.
  • Milch ausstreichen
    Während dem Stillen und danach hilft es, wenn die restliche Milch mit den Händen ausgestrichen wird.
  • Ruhe
    Man selbst und auch die Brust sollten „Ruhe halten“. Die Mutter selbst hält sich (meist sowieso aufgrund der Schwäche des Fiebers freiwillig) am besten an Bettruhe. Um den Busen zu entlasten empfiehlt sich ein fester Still-BH, jedoch ohne drückende Bügel.
  • Behandlung mit Umschlägen
    Die heiße, entzündete Brust kann mit Quarkwickeln, Alkoholumschlägen oder einem Eisbeutel gekühlt werden.
  • Einnahme von Tees
    Verschiedene Tees (Pfefferminz, Hibiskus, Salbei, etc.) reduzieren die Milchproduktion.
  • Homöopathische Mittel bei einer Brustentzündung
    Im homöopathischen Bereich eignen sich hervorragend Arnika-Globulis. Sie wirken entzündungshemmend und desinfizierend.

Bei einer fortschreitenden Mastitis, ist unbedingt die Hebamme oder der Arzt hinzuzuziehen. So können gegebenenfalls Maßnahmen zur Fiebersenkung, eine Antibiotikatherapie oder die Behandlung eines Abszesses (eitrige Entzündung) eingeleitet werden.

Wenn man das Gefühl hat, es stimmt etwas nicht, sollte man sich im Zweifelsfall immer an die Hebamme oder Frauenärztin wenden. Sie haben das erforderliche Fachwissen und kennen sich mit dem Thema Brustentzündung nunmal am besten aus. Außerdem sind Hebammen die richtigen Anprechpartner für Tricks und Kniffe, um das Problem zu behandeln, ohne auf Medikamente zurückgreifen zu müssen. Hebammen sind allgemein außerdem eine sehr geduldige Spezies, sie hören sich die Anliegen der frisch gebackenen Mütter lieber einmal mehr an, als einmal zu wenig.

Muss man bei einer Brustentzündung abstillen?

Bei einer Brustentzündung ist es nicht zwingend notwendig abzustillen, denn die Gabe von Antibiotikum kann auch während der Stillzeit durchgeführt werden. Hierfür muss allerdings auf ein spezielles Antibiotikum zurückgegriffen werden, dass für die Stillzeit geeignet ist. Dabei darf man nicht verschweigen, dass Spuren des Antibiotikums natürlich in den Kreislauf des Babys übergehen. Ob man dies für die Möglichkeit weiter stillen zu können in Kauf nimmt ist häufig eine persönliche Entscheidung. Denn stillt man ab um das Baby vor dem Medikament zu schützen, so verwehrt man ihm auch die positiven Eigenschaften der Muttermilch – eine Glaubensfrage. Ein Kompromiss kann es auch sein, dass Stillen während der Einnahme von Antibiotika so weit wie möglich auszusetzen. Um die Milchproduktion aufrecht zu erhalten, sollte man die Milch regelmäßig abpumpen. Das Baby kann dann vorübergehend mit Milchpulver über das Fläschchen ernährt werden. Dabei besteht allerdings immer das Risiko, dass das Baby die Milch aus Milchpulver bzw. die Flasche ablehnt. Doch auch die Möglichkeit, dass das Baby die Flasche annimmt und im Anschluss die Brust verweigert ist denkbar. Deshalb sollte man gemeinsam mit dem Arzt und/oder der Hebamme das Vorgehen bzgl. dem Stillen bei einer Brustentzündung durchsprechen und alle Nutzen bzw. Gefahren für Mutter und Kind abwägen.

Brustenzündung vorbeugen

Was kann man tun, damit es erst gar nicht so weit kommt?

Die drei wichtigsten Maßnahmen, um einer Brustentzündung vorzubeugen:

  • Während dem Wochenbett unbedingt den Kontakt vom Wochenfluss (Lochien) und den wunden Brustwarzen vermeiden, auf strenge Hygiene achten, bevor die Brust angefasst oder das Kind gestillt wird
  • Die verletzten Brustwarzen sofort behandeln (z.B. nach dem Stillen ganz dünn Bepanthen auftragen), eventuell Stillhütchen verwenden
  • Das Baby sollte immer korrekt angelegt und die Brüste gut gepflegt werden
  • Es ist auch immer von Vorteil, eine Milchpumpe im Haus zu haben. Ob nun elektrisch oder mit Hand betrieben, spielt im Falle eines Milchstaus keine Rolle. Wichtig ist, dass sie sauber ist. Am besten kocht man sie direkt vor der Benutzung noch einmal ab.

Viele Frauen unterschätzen, wie wichtig es ist beim Stillen auf Hygiene und das richtige Anlegen zu achten. Diese beiden Aspekte aber sind es, die einer Brustentzündung besonders vorbeugen. Auch eine harte Brust bis hin zum Milchstau sind unbedingt ernstzunehmen. Schmerzen sollte man deshalb niemals versuchen auszusitzen. Denn ein frühzeitig behandelter Milchstau oder eine Brustentzündung können so behandelt werden, dass man um das Abstillen herum kommen kann.

 


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Kommentare

Test MAM Milchpumpe – meine Erfahrungen 5. Oktober 2014 um 13:40

[…] ohne auf Fertigmilch zurückgreifen zu müssen. Auch, wenn ein medizinischer Grund (wie eine Brustentzündung) vorliegt oder man nicht viel Milch hat ist Abpumpen förderlich um die Produktion anzuregen bzw. […]

Antworten

Sahra 6. Januar 2016 um 15:00

Meine linke Brust ist ziemlich hart und tut weh. Ist es ein Milchstau oder evtl. eine Brustentzündung? Was kann ich machen? Hilft Wärme oder Kälte besser?
Ich hab auch diese Artikel gelesen http:.//.www.baby-tipps.com/stillen/was-hilft-bei-wunden-brustwarzen/ ich bin verwirrt.

Antworten

Lisa Werner 15. Juni 2016 um 08:12

Hallo Sahra,
dein Kommentar ist leider untergegangen. 🙁
Bei Entzündungen sollte man nie Wärme anwenden, sondern unbedingt kühlen. Bei wunden Brustwarzen helfen andere Dinge als bei einer Brustentzündung. Beides hat meist auch unterschiedliche Ursachen.
Was hat denn am Ende zur Linderung beigetragen und war es tatsächlich eine Brustentzündung? Das kann ja richtig schmerzhaft sein … 🙁

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