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Schokolade fürs Baby?

An zwei Anlässen im Jahr schalten die Warnsysteme vieler Eltern auf Rot, wenn es um das Thema Ernährung geht. Nie bekommen Kinder und Babys so viele Süßigkeiten geschenkt, wie an Ostern und Weihnachten. Das Osternest und der Nikolausstiefel  sind bis zum Rand voll mit Schokolade und Zuckerkram. Natürlich werden die Augen der Kleinen bei diesem Anblick ganz groß. Und spätestens nach der ersten Kostprobe, wenn der Geschmack einmal bekannt ist, sind sie kaum davon abzubringen diese in Massen zu verschlingen. Klar, die Geschmacksrichtung süß ist dem Baby in die Wiege gelegt. Denn selbst die Muttermilch ist (nicht ohne Grund) bereits von der Natur bewusst süß ausgelegt. Süß ist ein Geschmack der Sicherheit gibt. Süß ist selten giftig oder gefährlich. Süßigkeiten aus der Industrie wie Schokolade und Bonbons sind aber nicht mit der Süße aus Muttermilch oder Obst zu vergleichen.

Ist Schokolade für ein Baby gefährlich?

Grundsätzlich sind Süßigkeiten für Babys und Kinder nicht direkt gesundheitsschädlich. Es kommt auf den richtigen Umgang mit ihnen an.

  • Süßigkeiten nicht zu früh
    Die Geschmacksnerven von Babys sind sozusagen noch völlig unerfahren. So sind bereits leicht süßliche Lebensmittel für sie eindeutig als süß zu schmecken. Haben Babys und Kinder aber sehr früh mit stark gesüßten (aber auch stark gesalzenen oder sauren) Lebensmitteln zu tun, so stumpfen die Geschmacksnerven ab und lassen sich bei leichten Geschmacksrichtungen nicht mehr so leicht animieren.
  • Möglichst lange nicht künstlich süß
    Solange möglich, sollte man Kindern generell keine Süßigkeiten anbieten. Kinder verlieren, besonders durch die zugesetzten Aromen in Bonbons, Fruchtjoghurts etc. schnell den originalen Geschmack von Lebensmitteln. So erkennen manche Kinder zwar den Erdbeerjoghurt als eindeutig „Erdbeere“, die Frucht an sich aber schmeckt ihnen zu fade. Natürlich ist es schier unmöglich Kinder komplett von Süßigkeiten fern zu halten. Gerade bei Geschwisterkindern ist es oft noch schwerer umzusetzen. Allein der Versuch aber lohnt sich.
  • Der richtige Zeitpunkt am Tag
    Es macht keinen Sinn kurz vor dem Mittagessen die Bonbons zu verteilen. Süßigkeiten machen satt und zufrieden. Nach einem halben Schokohasen braucht es keine Portion Nudeln mehr. Deshalb lieber als Nachspeise!
  • Die Menge macht’s
    Ab einem gewissen Alter sind Süßigkeiten aus dem Alltag fast nicht mehr weg zu denken. Gerade Verbote machen Dinge oft besonders interessant und sind auf Dauer nicht sinnvoll. So rebellieren Kinder schnell, wenn man etwas komplett verbietet. Nun ist es nur wichtig Grenzen zu setzen.

    „Wissenschaftler und Mediziner sind sich in der Menge recht einig: So groß wie die Kinderhand.“
    Die Kinderhand selbst ist ein gutes maximales Tagesmaß (und es sollen keine Türme gebaut werden). Dabei sollte man aber die heimlichen Schleckerein bei den Großeltern oder im Kindergarten mit einrechnen und gegebenenfalls zu hause etwas einschränken. Eine schöne Idee mancher Eltern sind auch Wochenrationen. Ein kleines Süßigkeitenglas, dass für die ganze Woche dient. So lernen Kinder auch zu haushalten. Sind Montags alle Süßigkeiten vertilgt, ist eine lange Woche auszuhalten.
  • Nicht heiliger als der Papst – Ausnahmen sollten drin sein
    Kindergeburtstage, Ostern oder Weihnachten – Was wir als Eltern nicht schaffen, sollten wir bei unseren Kindern nicht erwarten. Zu bestimmten Anlässen dürfen Kinder auch mal etwas mehr naschen.
  • Nicht als Erziehungsmittel
    Süßigkeiten und Schokolade sollten in keinem Fall als Erziehungsmittel genutzt werden. Zwar können Sie eine kleine Belohnung darstellen, für das Essen einer ordentlichen Portion zu Mittag oder für die ersten erfolgreichen Toilettengänge. Nicht aber sollte Schokolade dienen um quängelnde Kinder ruhig zu stellen.

Nicht nur bei übergewichtigen Kindern sollte der Umgang mit Süßigkeiten einmal überdacht werden. Auch leichte Kinder können durch zu viel Süßes ein schlechtes Essverhalten entwickeln. Die zu sich genommenen Kalorien sollten „gute“ Kalorien sein: Kohlenhydrate nicht etwa aus Schokolade, sondern aus Kartoffeln, Reis, Pasta; Eiweiß aus Fleisch und Calcium aus Naturjoghurt, Milch und Käse.


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