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Windelfrei erziehen – Ein Babypo ohne Stoffwindeln, Pampers & Co.

Die wenigsten hören schon von windelfreier Erziehung, bevor sie ein Kind bekommen. Zumeist wird man auf dieses Phänomen erst aufmerksam, wenn man die ersten Mütter kennenlernt, die diese Methode praktizieren. Windelfrei erziehen – was ist das überhaupt genau und kann ein Alltag ohne schützende Windeln aus Stoff oder Kunststoff überhaupt gut gehen? Diese Fragen oder ähnliche Fragen stellen sich fast alle Eltern, die das erste Mal mit windelfreier Erziehung zu tun haben. Was in den USA schon seit längerem immer mehr praktiziert wird, hat hier zu Lande noch Seltenheitswert. In den Vereinigten Staaten werden Babys immer häufiger ohne Windeln erzogen, weshalb auch bei uns die sogenannte „natürliche Säuglingspflege“ ein Diskussionspunkt geworden ist.

Was heißt windelfrei erziehen?

Hinter der windelfreien Erziehung verbirgt sich die wundervolle Vorstellung, hierzulande einzuführen, was in sehr vielen Ländern und Kulturen dieser Welt ganz selbstverständlich ist: Kinder ganz ohne Windeln aufwachsen zu lassen. Das Baby wird, wenn es denn möglicherweise pinkeln oder sein Geschäft verrichten muss, mit dem Rücken an den Bauch der Mutter gelehnt und an den Oberschenkeln gehalten. Dabei werden die Beinchen gespreizt und dass Baby mit einem Auslöser, Codewort oder Geräusch, wie zum Beispiel: „Psssssssssssssssss“ animiert eben genau dies zu tun. Windelfrei-Anhänger sind der Meinung, dass ein Baby schon sehr früh ein Bedürfnis hat, sauber und trocken zu sein, was viele Babys, die gewickelt werden, durch weinen oder schreien ausdrücken. Babys, die windelfrei erzogen werden, zeigen schon bevor das Geschäft verrichtet ist an, dass eben genau das gleich folgen wird. Auch viele Eltern, die ihre Kinder wickeln kennen dieses Phänomen. Wenn Eltern darauf achten, können sie dann schnell reagieren und eine Windel ist nicht notwendig. Möchte man die windelfreie Erziehung praktizieren, sollte man aber sehr früh damit beginnen. Am besten lernen die Kleinen in den ersten drei bis vier Monaten ihr Bedürfnis einen Moment länger zu kontrollieren als üblich.

Was braucht man für eine windelfreie Erziehung?

Es bedarf bei der windelfreien Erziehung vor allem viel Augen- und Körperkontakt, Stillen nach dem Bedarf des Kindes und das Schlafen im gemeinsamen Familienbett. So kann man die Signale am schnellsten wahrnehmen. Weil Unfälle trotz allen Bemühungen immer wieder passieren, ist es empfehlenswert, immer viel Wechselwäsche mit sich zu führen. Eine Trainerhose, die im Schritt verstärkt ist, kann hierbei recht hilfreich sein. Statt einer schwer zu reinigenden Babytrage ist auch ein Tragetuch, in dem das Kind von Anfang an transportiert wird von Vorteil, da man es schnell in die Waschmaschine werfen und trocknen kann.

Was spricht für natürliche Säuglingspflege?

  • Geldersparnis
    Zuerst einmal ist es natürlich eine finanzielle Frage, denn man spart beim Verzicht auf Windeln sehr viel Geld. Das können alle Eltern bestätigen.
  • enge Verbindung von Eltern und Kind
    Auch der extrem enge Kontakt und Austausch zwischen Mutter und Kind sind ein Vorteil. Kinder, die windelfrei erzogen werden, haben fast immer die volle Aufmerksamkeit der Eltern.
  • Bewegungsfreiheit
    Für die motorische Entwicklung der Kinder spricht vor allem die Bewegungsfreiheit, die beispielsweise im Vergleich zu Stoffwindeln enorm groß ist. Denn jede zusätzliche Stofflage zwischen den Beinchen behindert die ersten Krabbel- und Gehversuche.

Nachteile der windelfreien Erziehung

  • Zeitaufwand
    Es ist sehr zeitintensiv, wenn man immer auf alle Signale des Kindes achten muss um im notwendigen Augenblick schnell genug zu reagieren. Man muss stets in engster Reichweite zum Kind sein, was viele Arbeiten im Haushalt oder potenzielle Erledigungen außer Haus erschwert.
  • Schmutzige Kleidung
    Auch die erhöhte Anzahl schmutziger Kleider und die mitunter, je nach Verdauung, unangenehmen Wäschen von Strampler und Bodys schrecken viele Eltern ab.
  • Probleme bei der Betreuung
    Kinder, die keine Windeln tragen, sind häufig sehr schwer an andere Personen abzugeben, da nur die wenigsten mit den Signalen der Kinder vertraut sind. So beschränken sich die alternativen Betreuungspersonen des Kindes meist auf die Eltern und nahe Verwandte oder Bekannte, die das Kind häufig sehen und mit der „Besonderheit“ vertraut sind.

 

Verfechter der windelfreien Erziehung bzw. natürlichen Säuglingspflege sehen die Vorteile insbesondere im extrem engen Verhältnis zwischen Eltern und Kind, was wiederum genau die Gegner dieser Methode hervorruft. Die Fixiertheit auf das eigene Kind ist durchaus diskussionsfähig. Rein aus gesundheitlichen Aspekten spricht jedoch nichts gegen die natürliche Säuglingspflege, wie auch die übliche Sauberkeitserziehung nach der Nutzung von Windeln. Denn obwohl man überall davon spricht, Kinder wären erst im Alter von zwei Jahren in der Lage Herr ihrer Ausscheidungen zu werden, beobachten viele Eltern schon weit früher, dass ihre Kinder regelrecht anzeigen, wenn sie denn mal müssen.

Die Entscheidung pro oder contra „windelfreie Erziehung“ ist also vor allem eine Frage der eigenen Vorstellungen vom Alltag mit dem Baby und so wie vieles in der Erziehung von Kindern einfach sehr individuell.

 


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